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Stille Beteiligung: Eigenkapital oder Fremdkapital?

Die meisten Unternehmen nutzen stille Beteiligungen, um ihr Eigenkapital und damit auch ihre Eigenkapitalquote zu erhöhen.

Mehr zum Thema: Eigenkapitalquote: Aussagekraft und Bedeutung

Der Vorteil für die Unternehmen: Sie müssen weder echte Gesellschafteranteile abtreten, noch hat der stille Partner ein Mitspracherecht bezüglich der Geschäftsführung.

Der Gestaltungsspielraum einer stillen Beteiligung ist recht groß, ein bisschen kniffliger wird es jedoch, wenn die stille Beteiligung in der Bilanz als Eigenkapital ausgedrückt werden soll.

Steigerung des Eigenkapitals durch stille Beteiligung

Auch „normale“ Beteiligungen erhöhen das Eigenkapital eines Unternehmens. Der Kapitalgeber wird, je nach Unternehmensform, zum Aktionär, Mitunternehmer oder Gesellschafter mit einem gewissen Mitspracherecht.

Die stille Beteiligung verzichtet auf dieses Mitspracherecht (eine Ausnahme stellt die atypische stille Beteiligung dar).

Zudem tritt der Stille nicht nach außen auf. Das heißt, er ist nicht im Unternehmensnamen zu finden und wird nicht im Handelsregister geführt. Die Aktiengesellschaft ist hier als Ausnahme zu sehen.

Der stille Partner wird am Gewinn und je nach Vereinbarung auch am Verlust beteiligt. Das Vermögen des Unternehmens bleibt jedoch unangetastet.

Der atypisch stillen Gesellschaft werden Vermögensrechte hingegen eingeräumt, dafür ist die Verlustbeteiligung obligatorisch.

Stille Beteiligung als Mezzanine-Finanzierung

Eine Mezzanine-Finanzierung schließt die Lücke zwischen einer reinen Eigenkapital- und Fremdkapitalfinanzierung. Die stille Beteiligung ist ein gutes Beispiel für diese Mischform der Unternehmensfinanzierung.

Je nach Ausprägung und Gestaltung des Gesellschaftervertrages zur stillen Beteiligung kann die Beteiligung mehr eigenkapital- oder fremdkapitaltypische Merkmale aufweisen.

Mehr zum Thema: Unterschied zwischen Eigenkapital und Fremdkapital

Die wichtigste Funktion des stillen Gesellschafters liegt in der Finanzierung des Unternehmens. Er tritt nach außen weder als Gesellschafter in Erscheinung, noch hat er Mitspracherecht oder besitzt Entscheidungsbefugnisse.

Somit basiert diese Mezzanine-Finanzierung im Wesentlichen auf Fremdkapital.

Im Gegenteil dazu wird der Gesellschafter einer atypisch stillen Beteiligung nicht nur am Gewinn und Verlust des Unternehmens beteiligt, sondern auch am Vermögen, einschließlich des Anlagevermögens und der stillen Reserven.

Im Gegenzug dafür kann der atypisch stille Gesellschafter auch Kontroll- und Mitspracherechte ausüben. Aufgrund dieses Mitunternehmertums wird das Kapital des stillen Partners in der Bilanz zum Eigenkapital gezählt.

Bilanzierung als Eigenkapital

Die Behandlung der stillen Beteiligung als Eigenkapital ist von mehreren Faktoren abhängig, die im Handelsgesetzbuch (HGB) geregelt sind.

Zum einen ist die Nachrangabrede zu nennen. Im Falle einer Insolvenz sind die Forderungen der anderen Gläubiger vorrangig zu behandeln.

Zum anderen muss die Kapitalüberlassung an das Unternehmen einen längerfristigen Zeitraum überdauern (mindestens 5 Jahre).

Auch erfolgt die Gewinnbeteiligung in Abhängigkeit des Unternehmenserfolges. Der stille Gesellschafter muss überdies noch einer Verlustbeteiligung zugestimmt haben.

Bei einer Bilanzierung nach den Regeln des International Financial Reporting Standards (IFRS) ist die Ausgestaltung der stillen Einlage als Eigenkapital etwas schwieriger.

Da eine stille Beteiligung auch einen Rückzahlungsanspruch beinhaltet, wird diese nach den IFRS als finanzielle Verbindlichkeit betrachtet.

Demnach kann die stille Beteiligung in den wenigsten Fällen als Eigenkapital, sondern meistens nur als Fremdkapital ausgewiesen werden.

Vertragsausgestaltung beachten

Die Rechtsform einer stillen Beteiligung ist relativ unabhängig und bietet einen größeren Gestaltungsspielraum als eine „normale“ Beteiligung.

Allerdings ist bei der Festlegung der Vertragsmodalitäten auch an die Bilanzierung zu denken. Wer zum Jahresschluss die stille Beteiligung als Eigenkapital angegeben möchte, muss auch bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

10. Juli 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.