MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Stille Reserven: Einige Beispiele

Innerhalb des Jahresabschlusses müssen Unternehmen alle Vermögensgegenstände (Aktiva) und Verbindlichkeiten sowie Rückstellungen (Passiva bzw. Schulden) angeben

In diesem Zusammenhang kann es allerdings vorkommen, dass der tatsächliche Wert von dem angegebenen Wert abweicht. Grund dafür sind Unterbewertungen von Aktiva sowie Unterbewertungen von Passiva.

Unterbewertung von Aktiva: Einschätzungen und Bilanzierungsverbote

Vermögensgegenstände werden aus unterschiedlichen Gründen unterbewertet. Zunächst kann es vorkommen, dass Unternehmen bei der Bewertung übervorsichtig vorgehen und die Aktiva deshalb zu pessimistisch angeben bzw. unterbewerten.

Handelt es sich sogar um selbsterstellte immaterielle Vermögensgegenstände, so müssen diese – gemäß dem Handelsgesetzbuch – nicht in der Bilanz angegeben werden.

Entscheiden sich Unternehmen für die zweite Variante und geben diese Vermögensgegenstände nicht in der Bilanz an, so entstehen stille Reserven in Höhe dieser Aktiva.


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Existieren beispielsweise selbsterstellte Patente in Höhe von 1 Mio. €, so liegen stille Reserven in Höhe dieser Aufwendungen vor. Ebenso brauchen geringwertige Wirtschaftsgüter nicht angegeben werden.

Gewisse Aufwendungen dürfen gar nicht in der Bilanz angegeben werden, da für sie laut Handelsgesetzbuch Bilanzierungsverbote gelten. Dies gilt für Aufwendungen für die Unternehmensgründung, für die Beschaffung des Eigenkapitals, für den Abschluss von Versicherungsverträgen sowie immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens.

Letztere umfassen dabei zum Beispiel selbst geschaffene Marken, Drucktitel, Verlagsrechte und Kundenlisten.

Unterbewertung von Aktiva: Anschaffungskostenprinzip und Abschreibungen

Des Weiteren gilt das sogenannte Anschaffungskostenprinzip, wonach sich der in der Bilanz angegebene Wert der Aktiva nicht nach dem aktuellen Marktwert der Aktiva richtet. Insofern entstehen stille Reserven, wenn der erworbene Vermögensgegenstand an Wert gewinnt.

Steigt der Wert eines Vermögensgegenstandes, zum Beispiel eines Grundstücks, von 2 Mio. € auf 4 Mio. €, so liegen stille Reserven in Höhe von 2 Mio. € vor. Außerdem können stille Reserven dadurch zustande kommen, dass die Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände, die im Rahmen der Abschreibung angesetzt wird, zu kurz bemessen wird.

In diesem Fall verbleibt ein Restwert der jeweiligen Aktiva als stille Reserve, obwohl der Vermögensgegenstand bereits abgeschrieben ist. Obwohl zum Beispiel eine Fräsmaschine nach 10 Jahren als abgeschrieben gilt, ist diese noch funktionstüchtig und verfügt daher über einen Restwert, der als stille Reserve vorliegt.

Beispiele für stille Reserven: Überbewertung von Passiva

Innerhalb eines Unternehmens liegen Passiva in Form von Verbindlichkeiten und Rückstellungen vor. Werden diese Passiva überbewertet, also wird der Wert der Schulden über dem tatsächlichen Wert angesetzt, so entstehen stille Reserven.

Die Verbindlichkeiten sind dabei die noch offenen Verpflichtungen des Unternehmens gegenüber seinen Gläubigern.

Im Gegensatz zu den Verbindlichkeiten an sich ist das Bestehen bzw. die Höhe von Rückstellungen zwar ungewiss, sie dürfen aber bei hinreichend großer Wahrscheinlichkeit ihres Bestehens in der Bilanz angegeben werden.

Bei Rückstellungen handelt es sich also um ungewisse Verbindlichkeiten. Wird der Wert von Verbindlichkeiten bzw. hauptsächlich Rückstellungen, deren genauer Wert ja ungewiss ist, zu hoch bemessen oder eingeschätzt, so liegen erneut stille Reserven vor.

10. Juni 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.