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Stimmrecht – das wichtigste Recht eines Aktionärs

Viele Privatanleger investieren in Aktien, lassen diese bis zum passenden Zeitpunkt im Depot liegen und verkaufen sie dann wieder. Jeder Aktionär hat jedoch auch ein Mitspracherecht, was die Belange der jeweiligen Aktiengesellschaft betrifft. Dies ist durchaus naheliegend, da man als Aktionär ein Anteilseigner ist und somit einen Teil der Gesellschaft besitzt. Eine Reise zur Jahreshauptversammlung (HV) kann sich durchaus lohnen.

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Zu beachten ist hierbei, dass das Stimmrecht je nach Aktienart ausgeschlossen sein kann. So verfügen Vorzugsaktien vielfach über kein Stimmrecht, während Stammaktien dieses innehaben.

Wie funktioniert das Stimmrecht?

Der Inhaber von Stammaktien verfügt über ein Stimmrecht. Das bedeutet, dass er bei der jährlich stattfindenden ordentlichen Hauptversammlung das Recht hat, an den Abstimmungen teilzunehmen. Das Gewicht der Stimme des einzelnen Aktionärs hängt hierbei von der Anzahl der gehaltenen Aktien ab. Je mehr Aktien der Anteilseigner hat, desto höher ist das Gewicht der eigenen Stimme.

Voraussetzung für eine Stimmabgabe ist zunächst die Teilnahme an der Hauptversammlung. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, sich vertreten zu lassen. Dies kann entweder durch eine bevollmächtigte Person geschehen oder durch die Bank, bei der der Aktionär sein Depot hat. Je nach Satzung der Aktiengesellschaft kann auch eine Stimmabgabe per Briefwahl möglich sein.


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Dazu müssen Sie sich mit Hilfe Ihrer depotführenden Hausbank eine Eintrittskarte besorgen. Gleichzeitig sperrt Ihre Bank Ihre Aktien für die Zeit bis einen Tag nach der Hauptversammlung, denn nur wer an diesem Tag Aktienbesitzer ist, kann sein Stimmrecht ausüben.

Worüber wird abgestimmt?

Es gibt viele verschiedene Punkte, über die bei einer Hauptversammlung abgestimmt wird. Zu den wichtigsten Entscheidungen gehört die sogenannte Entlastung des Vorstandes und des Aufsichtsrates der Aktiengesellschaft. Das bedeutet schlicht, dass der Unternehmensführung das Vertrauen ausgesprochen wird. Auch über die Gehälter der Vorstandsmitglieder wird bei den Versammlungen abgestimmt.

Die Aufsichtsratsmitglieder werden in der Regel alle 4 Jahre von der Hauptversammlung gewählt. Der Aufsichtsrat wiederrum ist dafür zuständig, die Vorstandsmitglieder einzuberufen oder gegebenenfalls zu entlassen. Auch die Wahl des Aufsichtsrats gehört somit zum Stimmrecht eines Aktionärs.

Für viele Aktionäre ist auch die Höhe der Dividende wichtig, da sie einen Einfluss auf die Gesamtrendite des Aktieninvestments hat. Und als Anteilseigner kann man auch darauf Einfluss nehmen. Auf der Hauptversammlung wird darüber abgestimmt, wie hoch die Dividende ist bzw. wie der Bilanzgewinn verwendet werden soll. Als Anleger bietet es sich also schon allein deshalb an, an der Hauptversammlung teilzunehmen.

Mit der Einladung zur HV erhält jeder Aktionär eine Tagesordnung, auf der die einzelnen zur Entscheidung anstehenden Punkte aufgelistet sind. Ebenfalls werden mögliche Gegenanträge genannt.

Ist die Teilnahme verpflichtend?

Es handelt sich um ein Stimmrecht, nicht um eine Stimmpflicht. Die Teilnahme an der Hauptversammlung und die Ausübung des Stimmrechts sind für Aktionäre also nicht verpflichtend. Viele Kleinaktionäre üben ihr Stimmrecht nicht aus, weil sie aufgrund der vergleichsweise geringen Anzahl an Aktien in ihrem Depot keine großen Einflussmöglichkeiten sehen.

Es bietet sich ein Vergleich mit politischen Wahlen an: Auch wenn die eigene Stimme sehr wenig Gewicht zu haben scheint, so ist sie doch wichtig und man kann auch als Einzelner Einfluss ausüben oder Zeichen setzen.

Nicht zuletzt bietet sich auch als Kleinanleger die Teilnahme an der Hauptversammlung schon deshalb an, weil man über den Jahresabschluss informiert wird, einen Ausblick auf das kommende Geschäftsjahr erhält und bei Unklarheiten detaillierte Informationen zu einzelnen Sachverhalten bekommen kann. Das schließt insbesondere ein Frage- und auch Rederecht ein.

Wenn Sie nicht selber teilnehmen wollen, so können Sie wie bereits erwähnt Ihr Stimmrecht beliebig übertragen. Das kann beispielsweise Ihre Hausbank sein oder ein beliebiger Dritter. Oft wird auch die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V. mit der Stimmrechtsvertretung beauftragt.

Sie können dabei sogar konkret vorgeben, wie bei den entsprechenden Punkten für Sie abgestimmt werden soll.

18. Januar 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Sebastian Grünewald
Von: Sebastian Grünewald.