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Walras-Auktionator: Preis bestimmt Angebot und Nachfrage

Krise? Ausgeschlossen, der Markt reguliert sich selbst: bereits mit der Neoklassik beginnt die Zeit der modernen Wirtschaftswissenschaften. Der Ökonom Léon Walras (*1834, †1910) versuchte die Idee der Selbstregulierung des Marktes mathematisch darzustellen.

Seine Idee: sowohl Unternehmen als auch Haushalte treffen Entscheidungen, die ihren Profit bzw. ihren Nutzen maximieren. Der Preis der Waren spielt die Hauptrollen bei diesen Entscheidungen.

Um herauszufinden, welcher Preis von allen Marktteilnehmern akzeptiert wird, entwickelte Walras den sogenannten Walras-Auktionator, einen fiktiven Auktionator zur Bestimmung des Marktgleichgewichts. Dieser Versuch, die Preise in einer Ökonomie bestimmen zu wollen, wird noch heute als Grundlage des allgemeinen Gleichgewichts auf den Märkten verwendet.

Walras-Auktionator reguliert Preisänderungen

Annahmen des walrasianischen Gleichgewichtsmodells sind ein Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage auf allen Märkten (Kapitalmarkt, Geldmarkt, Arbeitsmarkt, Konsumgütermarkt etc)

Ein Beispiel: Angenommen die Nachfrage von Kartoffeln ist geringer als das Angebot. Dann muss zur Herstellung eines Marktgleichgewichts z.B. ein Nachfrageüberschuss an Kaffee herrschen. Angebot und Nachfrage gleichen sich demnach in der Summe aus.

Die größte Schwäche von Walras Gleichgewichtsmodell liegt in der Berechnung mit festgelegten Preisen. Hier kommt der Walras-Auktionator zum Einsatz, der sich an den Gleichgewichtspreis herantastet.

Der Walras-Auktionator kann als ein allen Märkten übergeordnetes Instrument gesehen werden: er sieht jedes Angebot, jede Nachfrage, jede Reaktion des Marktes. Steigt das Angebot über die Nachfrage, wird das Marktgleichgewicht durch Preissenkungen wieder hergestellt und umgekehrt. So tastet sich der Auktionator an den Gleichgewichtspreis heran.

Mathematischer Beweis der „unsichtbaren Hand“

Schon Adam Smith (1723 – 1790), der Begründer der klassischen Nationalökonomie, versuchte durch die Metapher der „unsichtbaren Hand“ zu erklären, dass ein Haushalt oder ein Unternehmen durch sein eigennütziges Streben nach dem größten Nutzen bzw. Gewinn für ein wirtschaftliches Gleichgewicht sorge. Diese These konnte Walras mittels seines allgemeinen Gleichgewichtsmodells beweisen.

Grundlage der neoklassischen Thesen

Walras schuf mit seinem Auktionator eine mathematische Erklärung dessen, was Smith mit seiner These der „unsichtbaren Hand“ aufweisen wollte. Er liefert demnach eine theoretische Erläuterung der neoklassischen Wirtschafstheorie.

Diese liberale Idee sieht sich jedoch insbesondere in Krisenzeiten viel Kritik ausgesetzt. Denn Krisen sind in der neoklassischen Theorie so gut wie ausgeschlossen. Staatliche Eingriffe, wie sie der Keynesianismus fordert, lehnen Neoklassiker ab. Die neoklassischen Überlegungen sind zwar nicht vollends zu verwerfen. In wirtschaftlich starken Zeiten können die Thesen von einer Selbstregulierung des Marktes eventuell greifen.

Jedoch spiegeln sie überhaupt nicht die durch die Globalisierung und Vernetzung verzweigte Wirtschaftswelt von heute wider. Die moderne Wirtschaftswirklichkeit ist oft eine andere, sodass die Theorie des Walras-Auktionator in der heutigen Realität kaum mehr anwendbar ist.

4. März 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.