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WKN: Die Wertpapierkennnummer wird 60 Jahre alt

Wenn Sie eine Aktie, einen Fonds oder ein anderes Wertpapier kaufen möchten, benötigen Sie für die Kauf-Order eine spezielle Nummer.

Denn: Jedes Wertpapier hat eine ganz bestimmte Nummer (bzw. 2, wie Sie gleich erfahren werden). Wenn Sie an der Börse regelmäßig handeln möchten, müssen Sie das System dahinter verstehen.

Im Jahr 1955 – also vor exakt 60 Jahren – wurde die Werpapierkennnummer (WKN) eingeführt. Anlässlich dieses Jubiläums möchten wir Ihnen heute über die Geschichte der WKN berichten und darüber, wofür die Wertpapierkennnummer steht und was es damit auf sich hat.

Natürlich werden Sie dabei auch erfahren, wie und warum die WKN Ihr Börsenleben erleichtert.

WKN: Entstehungsgeschichte der Wertpapierkennnummer

Am 1. Oktober 1949 regelte das Wertpapierbereinigungsgesetz für in Westdeutschland ansässige Unternehmen die Bereinigung der Besitzansprüche.

Nach dem Untergang einer Epoche lag das Finanz- und Werpapiergeschäft hierzulande buchstäblich in Trümmern. Nachdem alle Wertpapiere für kraftlos erklärt worden waren, wurden neue Sammelurkunden bei den Sammelbanken hinterlegt.

Die nachweisbar berechtigten erhielten neue Urkunden, Aktien wurden 1:1 umgestellt. Bereits am 1. April 1947 hatten die Wertpapier-Mitteilungen damit begonnen, die technische Umsetzung der Bereinigung vorzubereiten, um Struktur und Transparenz in das Chaos zu bringen. Gesetze und Verordnungen wurden kommuniziert, Regelwerke entwickelt.

Die Basis für einen Neuanfang war somit geschaffen und der Aufschwung konnte beginnen. Noch waren Handel und Abwicklung in Zonen und Länder aufgeteilt. Börsen, Makler und Kassenvereine bewegten Tonnen an physischen Wertpapieren.

Diese galt es bei zunehmendem Volumen geordnet zu verwahren und verwalten. Im Juni 1955 wurde es nötig, den Wertpapieren eine neue Identität zu geben, damit diese eindeutig identifizierbar waren und entsprechend registriert werden konnten.

Das war die Geburtsstunde der Wertpapierkennnummer (WKN).

Am 23. April 2003 wurde die WKN zwar offiziell durch die zwölfstellige ISIN (International Securities Identification Number) abgelöst, jedoch wird die sechsstellige WKN für deutsche Emissionen weiterhin verwendet und aus praktischen und technischen Gründen synchron zur ISIN für alle deutschen Finanzprodukte bereitgestellt.


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Das bedeutet, dass es für börsennotierte Anlagen aus Deutschland seit dem Jahr 2003 sowohl eine WKN als auch eine ISIN gibt.

Die sechsstellige WKN ist übrigens in der ISIN, die zu dem gleichen Finanzprodukt gehört, stets enthalten. Das bedeutet, dass sechs der zwölf Ziffern einer deutschen ISIN exakt deckungsgleich mit den sechs Ziffern der dazugehörigen WKN sind. Warum das so ist, erfahren Sie jetzt.

WKN: Aufbau und Vergabe

Eine WKN setzt sich – wie Sie bereits erfahren haben – aus sechs Ziffern zusammen. Früher musste eine WKN aus 6 Ziffern zwischen 0 und 9 bestehen.

Die einzige Einschränkung war, dass eine WKN nicht mit 99 beginnen durfte. Die höchste offizielle und rein nummerische WKN war somit die 989999.

Am 21. Juli 2003 wurden schließlich alphanumerische WKNs zugelassen (nur Großbuchstaben, ohne „O“ und „I“ um Verwechslungen mit den Ziffern „0“ und „1“ auszuschließen. Seit dem 19. Januar 2004 kann die WKN zudem ein Kürzel des Wertpapieremittenten enthalten.

Das Emittentenkürzel sind dann die ersten 2 bis 4 Buchstaben, abgeschlossen von einer Ziffer.

Derartige WKNs finden sich beispielsweise häufig bei Derivaten. So beginnen die WKNs von Optionsscheinen der DZ Bank immer mit den beiden Buchstaben DZ. Hierbei handelt es sich um ein sogenanntes Emittentenkürzel.

WM-Datenservice, der Dienstleister, der WKNs und deutsche ISINs vergibt, hat folgende Regelung getroffen: Falls die erste und die zweite Stelle der WKN Buchstaben enthält, handelt es sich um eine Emittenten-WKN.

Ab der dritten Stelle folgen dann Ziffern oder Buchstaben. Alphanumerische WKNs, die keine Emittenten-WKNs sind, beginnen dagegen mit einem Buchstaben (entweder ein „A“ für normale Wertpapiere oder ein „F“ für Futures).

An zweiter Stelle folgt dann eine Ziffer. Beispielsweise war A0A000 die erste jemals vergebene alphanumerische WKN.

Alphanumerische WKNs der Serie A0xxxx wurden von Juli 2003 bis etwa Oktober 2009 vergeben. Seitdem beginnen die alphanumerischen WKNs mit A1xxxx. Im November 2013 war die Serie A1Zxxx vollständig; seitdem wurden (zunächst beginnend mit A10600) auch alphanumerische WKNs mit einer Ziffer an der dritten Stelle (A10xxx, A11xxx, usw.) vergeben.

Eine solche Serie wie z. B. A0xxx kann über 1,3 Mio. WKNs enthalten (24 Buchstaben plus 10 Ziffern, hoch 4).

Aus dem angegebenen Zeitraum (ca. 2.300 Tage) können Sie nun abschätzen, dass durchschnittlich knapp 600 WKNs pro Kalendertag neu vergeben werden (zuzüglich Emittenten-WKNs).

Nachdem Sie jetzt alles Wichtige über Wertpapierkennnummern erfahren haben, möchten wir Ihnen noch erklären, wie sich eine WKN und eine ISIN abgrenzen und wo die Gemeinsamkeiten liegen.

Weiterhin erfahren Sie in Kurzform das Wichtigste über ISINs und abschließend betrachten wir einige Beispiele für WKNs und ISINs.

Von der WKN zur ISIN

Eine deutsche ISIN beginnt zunächst immer mit dem deutschen Länderkürzel „DE“. Danach folgt stets 3 Mal die Null. Bis hierhin lautet unsere ISIN also DE000.

Nach den ersten 5 Zeichen folgt bei einer deutschen ISIN stets die sechsstellige WKN.

Im Anschluss daran folgt noch eine sogenannte Prüfziffer. Nachdem nun die Theorie beschrieben wurde, folgt jetzt ein praktisches Beispiel für eine deutsche WKN und ISIN.

Die WKN der Aktie der Deutschen Post AG lautet 555200. Die ISIN lautet DE0005552004. Sie sehen also, dass die ersten 5 Zeichen auch hier DE000 lauten. Daran schließt sich die sechsstellige WKN 555200 an, sodass die ISIN bis hierhin DE000555200 lautet.

Daran schließt sich noch die sogenannte Prüfziffer an und abschließend lautet die fertige ISIN der Aktie der Deutschen Post AG DE0005552004.

Wichtig für Sie zu wissen ist, dass die gerade genannten Grundsätze nur für deutsche ISINs gelten.

Denn beispielsweise bei US-amerikanischen Aktien haben die WKN und die ISIN nichts miteinander zu tun. Zwar beginnt eine US-amerikanische ISIN (wie eine deutsche ISIN auch) mit dem Länderkürzel (in dem Fall „US“). Doch danach gibt es keine weiteren Parallelen. Dies verdeutlicht Ihnen das nachfolgende Beispiel:

Die WKN der Coca-Cola-Aktie lautet 850663 und die ISIN der Aktie lautet US191216007. Sie sehen also, dass es keinerlei Gemeinsamkeiten zwischen der WKN und der ISIN der Coca-Cola-Aktie gibt.

19. Oktober 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.