Wie funktioniert ein Pump-and-Dump-Angriff?

Stellen Sie sich vor, jemand hinterlässt aus Versehen einen geheimen Aktientipp auf Ihrem Anrufbeantworter. – Klingt zu schön, um wahr zu sein? Stimmt!

Bei einem Pump-and-Dump-Angriff handeln ein oder mehrere Investoren illegal, indem sie für ein Wertpapier werben, an dem sie Anteile haben, und diese verkaufen, sobald der Kurswert ansteigt.

Die Aktie wird typischerweise als „heißer Tipp“ oder „das nächste große Ding“ angepriesen, mit einem sehr verheißungsvollen Kursverlauf.

Dabei variieren die Details und Formulierungen, das Grundprinzip bleibt jedoch gleich – Angebot und Nachfrage sollen sich positiv für Anleger verändern.

Pump-and-Dump-Angriffe funktionieren am besten bei Micro Cap-Aktien (mit einer Kapitalisierung von 50 bis 300 Millionen Dollar), die außerhalb der Börse gehandelt werden.

Diese Firmen neigen zu Zahlungsunfähigkeit und starken Preisschwankungen, wenn sich das Volumen vergrößert.

Der Trick mit der falschen Nummer

Die Investoren, die hinter dem Betrug stecken, erhöhen künstlich Nachfrage und Handelsvolumen bei der betreffenden Aktie.

Dieser neue Zustrom an Investoren führt zu einem plötzlichen Preisanstieg. Daraufhin verkaufen die eigentlichen Investoren ihre Anteile – und machen kurzfristig große Gewinne.

Ein Beispiel: Bei einem Trick wurde den Opfern eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlassen, die scheinbar nicht für sie bestimmt war. Man sprach von einem heißen und vor allem geheimen Aktientipp.

Der Preis des besagten Wertpapiers stieg daraufhin innerhalb einer Woche um mehr als 200 % an, von 30 Cent auf einen Dollar pro Aktie.

Parallel dazu vergrößerte sich natürlich auch das Handlungsvolumen drastisch. Statt mit circa 250.000 Anteilen pro Tag handelte man nun innerhalb weniger Tage mit dem Vierfachen.

Doch der darauffolgende Wertverlust von 80 % war mehr als ernüchternd.

Die ahnungslosen Investoren hatten ihre Anteile für rund einen Dollar erstanden, konnten diese jedoch nur noch für circa 20 Cent weiterverkaufen.

Lassen Sie sich nicht einlullen

Beachten Sie deswegen: Wenn ein Angebot zu schön ist, um wahr zu sein, dann ist es das meistens auch nicht!

Denn warum sollte Ihnen ein Unbekannter solch einen verheißungsvollen Tipp geben, ohne selbst davon zu profitieren?

Auch eine eigene Recherche über mögliche Anlagen hilft weiter.

Informieren Sie sich und denken Sie logisch nach – dann können Sie Pump-and-Dump-Angriffe frühzeitig erkennen und vermeiden.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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