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Das Bruttosozialprodukt – ein weltweit gültiger Einkommensindikator

Das Bruttosozialprodukt wird auch Bruttonationaleinkommen genannt und sagt aus, wie hoch die Summe aller Einkommen von Menschen ist, die in einem bestimmten Gebiet wohnen. In der Regel handelt es sich bei diesen Gebieten um einzelne Länder, es können jedoch auch andere Wirtschaftsräume – beispielsweise die Europäische Union – untersucht werden.

Bei der Berechnung des Bruttosozialprodukts (BSP) werden die Waren und Dienstleistungen berücksichtigt, die in einem Betrachtungszeitraum – in den meisten Fällen in einem Jahr – von einer Volkswirtschaft hergestellt bzw. bereitgestellt werden. Das Bruttosozialprodukt kann zum einen als Gesamtsumme angegeben werden, zum anderen ist aber auch das BSP pro Kopf ein wichtiger Wert.

Das Bruttosozialprodukt im Unterschied zum Bruttoinlandsprodukt

Häufig finden sich auch Angaben zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) eines Landes. Beide Werte hängen zwar eng zusammen, berücksichtigen aber teilweise unterschiedliche Faktoren. Aus diesem Grunde ist es wichtig, BSP und BIP zu unterscheiden und jeweils richtig einordnen zu können.

Das zentrale Unterscheidungsmerkmal ist das jeweils zugrundeliegende Konzept. Bei dem Bruttosozialprodukt wird nach dem Inländerkonzept berechnet, bei dem Bruttoinlandsprodukt nach dem Inlandskonzept. Das bedeutet: Das BSP stellt die Inländer, also die Menschen, in den Mittelpunkt, bei dem BIP ist das Inland und damit das Staatsgebiet ausschlaggebend.

Beispiel zur Unterscheidung von BSP und BIP

Dieser Unterschied lässt sich mit einfachen Beispielen erklären. Das Bruttosozialprodukt berücksichtigt die Waren und Dienstleistungen, die von Menschen erbracht werden, die in einem Land leben. Dabei ist es nicht wichtig, an welchem Ort diese Leistungen erbracht werden.

Wohnt beispielsweise Herr Müller an der Grenze zu den Niederlanden und pendelt zu seiner Arbeitsstätte in den Niederlanden, so zählt die von ihm erbrachte Leistung zum deutschen Bruttosozialprodukt, obwohl diese Leistung im Ausland erbracht wurde. Ausschlaggebend ist hier also sein Wohnort und damit Deutschland.

Anders verhält es sich jedoch bei dem Bruttoinlandsprodukt. Hier kommt es auf den Ort an, an dem die Leistung erbracht wurde. Da Herr Müller seine Leistung in den Niederlanden erbringt, wird sie zum niederländischen Bruttoinlandsprodukt gezählt.

Aussagekraft des Bruttosozialprodukts weltweit

Bei der Erstellung von aussagekräftigen Statistiken wird heutzutage vielfach das BIP bevorzugt, während das BSP eine geringere Bedeutung hat. Der Grund dafür ist, dass das Bruttosozialprodukt weltweit primär dazu verwendet wird, Einkommensgrößen darzustellen. Will man jedoch die wirtschaftliche Leistung eines Landes betrachten, sagt das BIP mehr über eine Nation oder einen Wirtschaftsraum aus.

Kritisiert wird zudem, dass man schnell versucht ist, aus dem BSP die Lebensqualität in einem Land abzuleiten. Doch allein die Tatsache, dass ein Bruttosozialprodukt im weltweiten Vergleich hoch ist, lässt noch keine Rückschlüsse über die tatsächlichen Lebensbedingungen zu.

Man kann das Bruttosozialprodukt also einerseits gut dazu nutzen, das Einkommen einer Volkswirtschaft und die Entwicklung des Nationaleinkommens darzustellen. Man darf sich andererseits jedoch nicht dazu verleiten lassen, diesem Wert eine zu große Bedeutung um Hinblick auf soziale Indikatoren wie Analphabetenquote, Lebenserwartung oder Armutsquote beizumessen.

7. Dezember 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.