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Den persönlichen Steuersatz ermitteln – wie geht das?

Viele Steuerzahler stellen Monat für Monat verärgert fest, dass sie eine ganze Menge Steuern bezahlen müssen. Viele wissen gar nicht genau, wie hoch der persönliche Steuersatz überhaupt ist und wie er ermittelt wird.

Dem deutschen Steuerrecht sagt man nach, dass es äußerst kompliziert sei. Angeblich ist 60% der Steuer-Fachliteratur auf Deutsch verfasst. Diese Zahl ist zwar viel zu hoch gegriffen, doch verdeutlicht sie den Ruf des Steuerrechts. Den persönlichen Steuersatz zu ermitteln, ist jedoch gar nicht kompliziert.

So wird der Steuersatz ermittelt

Allgemein gilt in Deutschland, dass jeder Steuerpflichtige nach seiner individuellen ökonomischen Leistungsfähigkeit besteuert wird. Dies wird Leistungsfähigkeitsprinzip genannt. Vereinfacht ausgedrückt heißt das: Wer wenig verdient, zahlt einen geringeren Steuersatz als Menschen mit einem hohen Einkommen.

Es gibt einen Grundfreibetrag, der im Jahr 2015 bei 8.472 € liegt. Bis zu dieser Grenze muss keine Einkommenssteuer entrichtet werden. Danach liegt der Eingangssteuersatz bei 14% und es kann ein Spitzensteuersatz von 42% bzw. 45% (Reichensteuer) erreicht werden.

Mit steigendem Einkommen steigt also auch der Steuersatz. Abrechnungszeitraum ist in aller Regel das Kalenderjahr. In Ausnahmefällen kann bei Gewerbetreibenden das Wirtschaftsjahr vom Kalenderjahr abweichen.

Das zu versteuernde Einkommen

Wichtig für die Feststellung des persönlichen Steuersatzes ist das zu versteuernde Einkommen. Dieses ergibt sich, vereinfacht ausgedrückt, wenn man von der Summe der Einkünfte die Summe der abzugsfähigen Beträge abzieht. Es gibt verschiedene Einkunftsarten. Darunter fallen beispielsweise Einkünfte aus selbstständiger und/oder nichtselbstständiger Arbeit, Kapitaleinkünfte oder Einkünfte aus Vermietung oder Verpachtung.

Abzuziehen sind unter anderem Freibeträge für Kinder, Vorsorgeaufwendungen sowie weitere Sonderausgaben und Freibeträge. Unter Berücksichtigung der Steuerklasse, des Solidaritätszuschlags und einer eventuellen Kirchensteuer kann man auf diese Weise herausfinden, wie viele Steuern zu bezahlen sind. Hilfreich sind dabei Steuertabellen, in denen man anhand des zu versteuernden Einkommens die Abzüge ablesen kann.

Der persönliche Steuersatz bei gleichbleibendem Einkommen

Manchmal geht es auch lediglich darum, die konkrete Prozentzahl der eigenen Abzüge zu erfahren. Hat man beispielsweise als Angestellter stets etwa gleich hohe Einkünfte und kann außerdem jedes Jahr die gleichen Beträge steuerlich geltend machen, ist eine Berechnung einfach.

Man muss lediglich einen Einkommenssteuerbescheid aus dem Vorjahr zur Hand haben und braucht zum einen das Bruttoeinkommen und zum anderen den Betrag der erhobenen Steuer.

Steuersatz berechnen: Beispiel

Dazu ein hypothetisches Beispiel mit einfachen Zahlen: Man hat ein Bruttoeinkommen von 30.000 € und es wurden insgesamt 10.000 € Steuern erhoben. Nun teilt man die Abzüge durch das Bruttoeinkommen und multipliziert das Ergebnis mit 100.

Also: (10.000 / 30.000) x 100 = ca. 33,3%.

Gibt es jährlich Veränderungen beim Einkommen oder bei den Beträgen, die geltend gemacht werden können, hilft das freilich wenig. In diesem Fall führt kein Weg an der exakten Berechnung mit den oben angegebenen Schritten vorbei. Man sollte auch stets darauf achten, die aktuelle Steuertabelle zu benutzen – sie wird in der Regel jährlich aktualisiert.

11. September 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.