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Goldwährung: Das Geld der Vergangenheit

Gold und Geld haben viele ähnliche Eigenschaften. Doch wieso ist Gold gerade bei Währungen immer noch von so hoher Bedeutung? Wieso wirkt es sich auf die Währung aus, wenn ein Land Goldreserven einkauft?

Geld als Tauschmittel

Denkt man etwas genauer über Geld nach, so sollte einem auffallen, dass Geld an sich nur bedrucktes Papier ist. Der Wert, den Geld besitzt, zeigt sich nicht anhand des einzelnen Geldscheines, sondern nur durch das was man mit Geld machen kann.

Bekommt man eine bestimmte Summe Geld in einer Währung die man nicht kennt, so weiß man nicht, wie hoch der tatsächliche Wert dessen ist. 400 Thai Baht hört sich nach viel Geld an, sind jedoch umgerechnet weniger wert als 15 €.

Gold als Garant für stabile Währungen

Wie kann man sich also sicher sein, dass das Geld, was man besitzt viel Wert ist? Diese Frage beschäftigte in der Vergangenheit viele Menschen, weswegen es üblich war die Währung abzusichern. Dies wurde in erster Linie mit Gold getan. Es wurde eine Summe an Gold in einer Zentralbank gelagert, sodass das Geld quasi einen Rechtsanspruch auf Gold beinhaltete.

Goldwährung bedeutet also, dass der Wert des Geldes an reale Goldreserven gebunden ist. Häufig ist auch vom Goldstandard die Rede. Die Bindung der Währung an eine Goldmenge limitiert jedoch Zentralbanken und damit auch die Politik in ihren Handlungsmöglichkeiten.

Mehr Geld kann dann nämlich nur gedruckt werden, wenn auch mehr Gold eingekauft wird. Zwar garantiert dies Stabilität, verhindert aber, dass Staaten über Geldpolitik auf die wirtschaftliche Entwicklung Einfluss nehmen.

Welche verschiedenen Arten von Goldwährungen gibt es?

Wenn von Goldstandard oder Goldumlaufwährung die Rede ist, so ist gemeint, dass das komplette Geld, welches sich im Umlauf befindet, von echten Goldreserven gedeckt ist. Neben dieser starken Ausprägung gibt es aber noch schwächere Varianten von Gold als Währungsreserve.

So zum Beispiel die Goldkernwährung: Hier ist lediglich gedeckt, dass sich das Geld, das tatsächlich in Banknoten vorhanden ist, in Gold eintauschen lässt. Bankguthaben können auch ohne Golddeckung entstehen.

Der Goldstandard in der Geschichte

Die Geschichte des Goldstandards begann 1850 als Großbritannien als erstes die Goldwährung einführte und zur führenden Weltmacht aufstieg.

War damals noch Silber als Währungsreserve attraktiv, so änderte sich die Situation nach dem Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges 1870 und es kam zu einer Kettenreaktion bei der die größten Länder ihre Währung auf den Goldstandard umstellten.

Nach der großen Depression von 1929 kam es zu einer ähnlichen Kettenreaktion und die Länder – Europa voran – waren gezwungen, den Goldstandard auszusetzten, da sie viele der Goldreserven verloren hatten.

Gold im Bretton Woods System und heute

Das Gold war zentraler Bestandteil der Währungsordnung nach dem Weltkrieg. Im sogenannten Bretton Woods System wurde der Dollar die zentrale Währung und wurde durch Goldreserven gedeckt.

1973 wurde das Bretton Woods System aufgelöst und auch der Internationale Währungsfond empfahl seinen Mitgliedern vom Goldstandard Abstand zu nehmen.

Heutzutage halten die Staaten keine festen Goldwährungen mehr, auch wenn sie noch auf Goldreserven zurückgreifen. Solange der Dollar stabil ist, sichern die Länder ihre Währung in US Dollar ab. Zuletzt hat Gold als Währungsreserve wieder an Bedeutung gewonnen, da die Wechselkurse des Dollars starken Schwankungen unterworfen waren.

15. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.