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Kurs-Cash-Flow-Verhältnis – Filter für wahre Werte mit Potenzial

Warum schaut etwa Warren Buffet bei der Aktienauswahl gezielt auf das Kurs-Cash-Flow-Verhältnis, das KCV? Ganz einfach, weil es die tatsächliche finanzielle Leistungsfähigkeit eines Unternehmens widerspiegelt. Es zeigt Anlegern, wie die Börse dessen Ertragskraft beurteilt und erlaubt einen internationalen Vergleich mit anderen Unternehmen einer Branche.

Kurs-Cash-Flow-Verhältnis zeigt Finanzkraft

Beim Kurs-Cash-Flow-Verhältnis wird der Cash-Flow aus der operativen Tätigkeit durch die Anzahl der ausgegebenen Aktien geteilt. Daraus ergibt sich der Cash-Flow pro Aktie. Dividiert man anschließend diesen Wert durch den aktuellen Aktienkurs, erhält man das KCV. Je niedriger der Wert, desto günstiger die Aktie.

Dieser Vorgang hat Parallelen zum wesentlich bekannteren Kurs-Gewinn-Verhältnis, KGV. Der zentrale Unterschied: Anders als das KGV legt das Kurs-Cash-Flow-Verhältnis offen, über wie viel Kapital ein Unternehmen nach Einnahmen und Ausgaben verfügt.

Somit lässt sich auch erkennen, ob Dividenden aus vorhandenen Überschüssen oder Reserven gezahlt werden. Ein Problem, das etwa an die Telekom erinnert. Ein hoher Cash-Flow entsprechend der Kapitalflussrechnung erlaubt es einem Unternehmen, aus eigener Kraft zu investieren und zu wachsen. Und genau darauf kommt es bei Value-Werten an.

Kurs-Cash-Flow-Verhältnis  enttarnt gesteuerte Gewinne

Das Kurs-Cash-Flow-Verhältnis legt offen, was das KGV unter Umständen verschleiert: Ein Gewinn kann gesteuert werden, etwa durch Abschreibungen und Rückstellungen. Wenn man Einnahmen in guten Jahren als Rückstellungen verbucht, was den Gewinn drückt, kann man sie in schlechten Zeiten wieder auflösen und dem Gewinn zuschlagen. Damit lassen sich über die Jahre stets steigende Gewinne ausweisen.


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Was dann in der Grafik immer so schön aussieht, wird durch den Cash-Flow enttarnt. Er ist das Ergebnis der Einnahmen bevor es in der Bilanz schöngerechnet werden kann. Bilanztricks fallen vor allem dann auf, wenn das KGV und KCV deutlich voneinander abweichen.

Hinzu kommt: Das KCV erlaubt eine bessere internationale Vergleichbarkeit. Bei verschiedenen Rechnungslegungsstandards können sich nämlich erhebliche Unterschiede ergeben. Ein krasses Beispiel lieferte die Commerzbank mit ihrem Jahresabschluss von 2011.

Die Bilanzierung nach den Regeln des HGB ergab einen hohen Verlust, während die Rechnung nach dem IFRS einen Gewinn auswies. Mit diesem legalen Trick bekam der staatliche Rettungsfonds Soffin wegen der Verluste keine Zinsen. Den Anlegern wiederum konnte ein Gewinn präsentiert werden.

Betrachtung über mehrere Jahre

Die Aussagekraft des KCV ergibt sich aber nur aus der Entwicklung über mehrere zurückliegende Jahre. Wenn ein Unternehmen sein Wachstum stetig aus Überschüssen finanziert, so sind entsprechend weniger attraktive Bilanzgewinne kein Anlass zur Sorge. Prominentes Beispiel ist Amazon, das nahezu sämtliche Einnahmen reinvestiert und jedes Jahr aus eigener Kraft wächst.

Wenn also der Cash-Flow laufend steigt und das KCV sinkt, ist die Aktie trotz magerer Gewinne attraktiv. Daraus ergibt sich auch, dass man bei fortlaufenden Gewinnen die Situation kritisch anhand des Cash-Flows überprüfen sollte.

Das Beispiel Amazon ist übrigens eher die Ausnahme. Nicht alle wachsenden Unternehmen investieren gleichmäßig. Deswegen kann das Kurs-Cash-Flow-Verhältnis im Laufe einiger Jahre durchaus schwanken. Wichtig ist eben die langfristige Entwicklung.

Filter für Schnäppchen

Bei der Suche nach günstigen Aktien liegt der Wendepunkt zwischen günstig und teuer bei KCV-Werten zwischen 15 und 18. Alles unter 15 gilt als attraktiv. Korrigiert die Börse nach unten, können stabile Wachstumsunternehmen zum Schnäppchen werden.

Als Anleger kann man das Kurs-Cash-Flow-Verhältnis als Filter nutzen und Titel mit anhaltend niedrigem KCV aussuchen. Studien zeigen, dass sich damit der Gesamtindex durchaus schlagen lässt.

Einziger Haken: So wie die anderen Kenngrößen der Fundamentalanalyse beruht auch das KCV auf vergangenen Zahlen. Wie aktuell Amazon zeigt, ist der Erfolg von gestern zwar ein Indiz aber keine Garantie für die Zukunft.

1. November 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.