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Rentenversicherungspflicht für Kleinunternehmer

Bei der Handhabung der Sozialabgaben besteht zwischen Kleinunternehmern und anderen Unternehmen kein Unterschied.

Entsprechend erfasst auch die Rentenversicherungspflicht Kleinunternehmer nicht, wenn sie nicht im Sinne des § 2 Ziffer 9 SGB VI als „arbeitnehmerähnlicher“ Selbstständiger beim zuständigen Rentenversicherungsträger meldepflichtig sind. Das ist einer der Vorteile, die Kleinunternehmer haben.

Rentenversicherungspflicht: Kleinunternehmer profitieren vom Unternehmens-Status

Dass die Rentenversicherungspflicht Kleinunternehmer in der Regel nicht tangiert, ist jedoch nur ein sekundärer Effekt ihrer Tätigkeit.

Geschaffen wurde die Kleinunternehmer-Regelung, um kleine Firmen mit geringem Umsatz von der aufwändigen Buchführung in der Wirtschaft und den komplizierten Steuerabrechnungen zu entlasten.

Das betrifft vor allem die Umsatzsteuer, die Kleinunternehmen nicht erheben und an das Finanzamt abführen müssen. Entsprechend ist die Kleinunternehmer-Regelung auch im Umsatzsteuergesetz geregelt, genauer im § 19.

Zudem dürfen Kleinunternehmer die so genannte einfache Buchführung betreiben, wenn ihre Tätigkeit nicht als kaufmännisch gilt oder im Handelsregister eingetragen werden muss. Dazu dürfen die Umsätze allerdings 500.000 € nicht überschreiten.

Beim Gewinn aus Gewerbebetrieb oder aus Land- bzw. Forstwirtschaft sind 50.000 € die Grenze. Kleinunternehmer dürfen ihren Gewinn durch eine einfache Einnahme-Überschussrechnung ermitteln. Dabei gelten 17.500 € Gewinn als Grenze für den Status des Kleinunternehmers.

Rentenversicherungspflicht: Kleinunternehmen nicht zu stark belasten

Da Kleinunternehmen von vornherein auf eine bestimmte Einkommensgrenze festgelegt sind, bereitet die Rentenversicherungspflicht Kleinunternehmen naturgemäß immer Liquiditätsprobleme.

Ein Jahresverdienst unterhalb von 17.500 € bedeutet ja nichts anderes als ein monatliches Einkommen von nur etwas mehr als 1.000 €. Der Regelbetrag der Rentenversicherung für Selbstständige lag 2012 bei 514,50 €. Im Alltag des Unternehmers würden bei Zahlung dieses Betrages 50% der verfügbaren Geldmittel ausfallen.

Dieser Satz erhöht sich noch weiter, wenn auch die Krankenversicherung und andere kontinuierlich erforderliche Zahlungen bedacht werden.

Auf diese Weise würde die Rentenversicherungspflicht Kleinunternehmen in ständige Finanznot versetzen. Aktuell arbeiten über 1 Mio. Selbstständige in Deutschland auf diesem Level. Für sie ist es günstiger, eine andere Form der Altersvorsorge zu treffen.

Rentenversicherungspflicht bei Kleinunternehmen: Wann lohnt sie sich?

Wer schon über ein längeres Berufsleben kontinuierlich in die gesetzliche Rentenkasse eingezahlt hat, sollte bei der Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit auf die erworbenen Ansprüche nicht verzichten.

Denn mit der Einstellung der Zahlung zur gesetzlichen Rentenversicherung, die als Kleinunternehmer möglich ist, erlischt auch der Rentenanspruch. Das gilt nicht, wenn bereits 35 Jahre Beitragszahlung erreicht sind – aber dann ist der „Jungunternehmer“ in der Regel bereits um die 60 Jahre alt.

Ein attraktives Modell bietet der Staat Künstlern, Publizisten, Lehrern und Beratern: die Künstlersozialkasse. Hier zahlt der Kleinunternehmer nur 50% der Beiträge entsprechend seines Einkommens und erhält seinen gesetzlichen Rentenanspruch – inkl. Kranken- und Pflegeversicherung.

2. Juli 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Daniela Kunath
Von: Daniela Kunath. Über den Autor

Daniela Kunath arbeitet als freie Autorin für verschiedene Projekte. Persönlich interessiert sie sich seit vielen Jahren für den Bereich Finanzen und Investments und gibt dieses Wissen passioniert an interessierte Leser weiter.