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So wird die Inflationsrate berechnet

Anleger möchten gerne die reale Verzinsung ihrer Geldanlage wissen. Diese erhält man, indem von der nominalen Rendite die Inflationsrate abgezogen wird.

Beträgt die nominale Rendite 1 % und die Inflationsrate 0,5 %, so ergibt sich eine reale Rendite von 0,5 %. Die Inflationsrate wird regelmäßig vom Statistischen Bundesamt berechnet und veröffentlicht.

Inflationsberechnung erklärt die Inflationsrate

Die Inflation bemerkt jeder bei seinen Einkäufen. Wenn die gleichen Produkte sich verteuern, nennt man das Inflation. Setzt man die Preiserhöhung ins Verhältnis zum vorherigen Preis, erhält man die Inflationsrate.

Das Statistische Bundesamt berechnet nicht für alle Güter die Inflationsrate. Um einen aussagefähigen Wert zu erhalten, werden die Güter berücksichtigt, die von den meisten Menschen gekauft werden.

Dies Güter bezeichnet man repräsentative Güter, die Summe dieser Güter wird als Warenkorb bezeichnet. In Deutschland setzt der Warenkorb sich aus ca. 750 Güter und Dienstleistungen zusammen. Diese werden in Hauptgruppen unterteilt.

Die Hauptgruppen des Warenkorbes (Stand 2010) zeigen deren prozentualen Anteil. Somit können interessierte Personen vergleichen, ob Ihre Konsumausgaben den repräsentativen Werten entsprechen.

Der Warenkorb in 2010:

01 Nahrungsmittel, alkoholfreie Getränke10,3 %
02 Tabakwaren, alkoholische Getränke3,8 %
03 Bekleidung, Schuhe4,5 %
04 Wohnung, Wasser, Gas, Brennstoffe31,7 %
05 Einrichtungsgegenstände5,0 %
06 Gesundheit, Pflege4,4 %
07 Verkehr13,5 %
08 Nachrichtenübermittlung3,0 %
09 Freizeit, Kultur, Unterhaltung11,5 %
10 Bildungswesen0,9 %
11 Hotel, Restaurants4,5 %
12 Andere Waren und Dienstleistungen7,0 %

Quelle: Statistisches Bundesamt

Ausgehend von dem Warenkorb des Jahres 2010 wird der Verbraucherpreisindex (VPI) für jeden Monat berechnet. Der Verbraucherpreisindex (VPI) zeigt die Preisveränderungen in Bezug zu 2010. Die Inflationsrate ergibt sich indem man den aktuellen VPI ins Verhältnis setzt zu einem Basis-VPI.

Ein Beispiel: Der VPI betrug für den Februar 2015 106,5 und für März 2015 107. Setzt man die Veränderung von 0,5 ins Verhältnis zu 106,5 % ergibt sich eine Inflationsrate von 0,47 %.

Beurteilung der Inflationsberechnung

In der Zusammensetzung des Warenkorbes liegt die eigentliche Problematik der Inflationsberechnung. Welche Güter und die Menge dieser Güter jeder Mensch benötigt ist sehr unterschiedlich. Um eine repräsentative Größe zu erhalten, werden regelmäßige Umfragen durchgeführt.

Die Inflationsberechnung bezieht sich nur auf den repräsentativen Warenkorb. Die ermittelte Inflationsrate des Statistischen Bundesamtes gilt somit nicht für jede einzelne Person. Grundlage für diese Berechnung müsste ein individueller Warenkorb sein.

Der berechneten Inflationsrate steht die „gefühlte Inflation“ gegenüber. Hierbei handelt es sich um die individuelle Wahrnehmung der Inflation. Diese kann gravierend von der veröffentlichten Inflationsrate abweichen.

Die Preissteigerungen bei alltäglichen Güter, Lebensmittel, Benzin, oder Kosmetika, werden stärker wahrgenommen. Wer sehr hohe Ausgaben für Bekleidung (höher als 4,5 % im amtlichen Warenkorb) hat, fühlt deren Preissteigerungen stärker.

Preissteigerungen durch technische Verbesserungen sind dagegen kritisch zu bewerten. Bei der Inflationsberechnung wird zwar versucht die Qualitätsverbesserungen zu berücksichtigen, allerdings ist dies mit Unsicherheiten verbunden.

Ein Beispiel: Betrug der Preis für ein Auto im Jahre 2010 20.000 €, so kostet das gleiche Auto 2011 22.000 €. Hieraus ermittelt sich ein neuer VPI von 110 %. Die Inflationsrate würde 10 % betragen. Resultiert die Preissteigerung überwiegend aus einer technischen Verbesserung, beispielsweise verbessertes ABS-Bremssystem, kann das Auto 2011 nicht mit dem Auto 2010 verglichen werden. Der Preis für das verbesserte ABS-Bremssystem müsste herausgerechnet werden.

Die Inflationsberechnung erklärt Anlegern, wie sich der Warenkorb in Deutschland auf Monats- oder Jahresbasis verteuert. Dadurch können Anleger die reale Rendite ihre Anlage ermitteln, denn die Inflation sollte bei Rendite-Berechnungen nicht aus dem Blick verloren werden.

Ist die Verzinsung bei Spareinlagen und Anleihen sehr niedrig, sollten Anleger Investitionen in Aktien oder Fonds bevorzugen. Bei gleicher Inflationsrate ist hier die nominale Rendite höher, somit auch die reale Rendite.

17. Mai 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Rudolf Schneider
Von: Rudolf Schneider. Über den Autor

Der gelernte Bankkaufmann beschäftigt sich seit über 30 Jahren eng mit dem Thema Banken, Börse und Finanzen und ist heute als Finanzberater tätig. Seine Leidenschaft gehört dem Thema Börse und dort speziell unterbewerteten Aktien.