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Unternehmen aufgepasst: So sieht der Aufbau der Gewinn- und Verlustrechnung aus

Die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) ist für Unternehmen verpflichtend und für Anleger ebenso wichtig. Denn innerhalb dieser Rechnung legen die Unternehmen ihre Ausgaben und Erträge offen, und schließlich auch die Differenz bzw. ihr Unternehmensergebnis, woran sich die Anleger orientieren können.

Die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) basiert auf den §§ 265 und 275 des Handelsgesetzbuchs. Dabei können die Unternehmen allerdings entscheiden, ob sie das Gesamtkostenverfahren oder das Umsatzkostenverfahren wählen.

Gesamtkosten- und Umsatzkostenverfahren im Überblick

Das Gesamtkostenverfahren (GKV) und das Umsatzkostenverfahren (UKV) unterscheiden sich hauptsächlich darin, wie sie die einzelnen Kosten gruppieren und kommen daher zu unterschiedlichen Zwischenergebnissen. Diese Unterschiede sollten auch Anleger kennen und sich nicht von den zwei verschiedenen Möglichkeiten des GuV-Aufbaus verwirren lassen.

Das Umsatzkostenverfahren (UKV) ordnet zunächst die einzelnen Kosten den jeweiligen Leistungen zu. Das bedeutet, dass noch nicht abgesetzte Leistungen nicht zu den Erträgen, sondern stattdessen beispielsweise zu Forschung- und Entwicklungskosten zählen – geordnet nach den einzelnen Funktionsbereichen.

Dagegen bezieht das Gesamtkostenverfahren (GKV) alle Kosten und alle Leistungen mit ein und stellt diese einander direkt gegenüber. Dementsprechend zählen auch noch nicht abgesetzte Leistungen zu den Erträgen. Gegliedert werden die einzelnen Kosten und Erträge je nach Art, also zum Beispiel in Personal- und Materialaufwand unterteilt.

Somit gibt das Umsatzkostenverfahren einen besseren Überblick darüber, welche Kosten – je nach Funktion – auch tatsächlich zu welchen Leistungen geführt bzw. sich rentiert haben. Obwohl beide Verfahren anerkannt sind, wird es deshalb oftmals bevorzugt.

Gewinn- und Verlustrechnung (GuV): Aufbau mit GKV und UKV

Die einzelnen Kostenverfahren haben dabei natürlich Einfluss auf Aufbau und Gliederung der GuV. Zwar beginnen beide GuV mit den Umsatzerlösen und enden mit dem Jahresüberschuss, gelangen jedoch auf unterschiedlichen Wegen ans Ziel – wie die folgenden Auflistungen verdeutlichen.

GuV mit Gesamtkostenverfahren:
Umsatzerlöse
+Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen
+andere aktivierte Eigenleistungen
+sonstige betriebliche Erträge (aus gewohnter Geschäftstätigkeit)
Materialaufwand (Roh-, Hilfs-, Betriebsstoffen, bezogenen Waren und Leistungen)
= Rohergebnis
Personalaufwand (Löhne, Gehälter, Sozialabgaben, Beiträge zur Altersversorgung und Unterstützung)
Abschreibungen (Anlagevermögen ohne Finanzanlagen, unübliche Abschreibungen auf das Umlaufvermögen)
sonstige betriebliche Aufwendungen
= Betriebsergebnis (EBIT)
+Erträge aus Beteiligungen
+Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens
+sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlagevermögens
Zinsen und ähnliche Aufwendungen
= Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
Außerordentliche Erträge
Außerordentliche Aufwendungen
= Außerordentliches Ergebnis
Steuern vom Einkommen und Ertrag
sonstige Steuern

= Jahresüberschuss

Dem Gesamtkostenverfahren steht das Umsatzkostenverfahren gegenüber, mithilfe dessen zunächst das Bruttoergebnis vom Umsatz, das Betriebsergebnis (EBIT) und danach das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, das außerordentliche Ergebnis und schließlich der Jahresüberschuss berechnet werden.

GuV mit Umsatzkostenverfahren:
Umsatzerlöse
Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen
= Bruttoergebnis vom Umsatz
Vertriebskosten
Allgemeine Verwaltungskosten
+sonstige betriebliche Erträge
sonstige betriebliche Aufwendungen
= Betriebsergebnis (EBIT)
+Erträge aus Beteiligungen
+Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens
+sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens
Zinsen und ähnliche Aufwendungen
= Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
+Außerordentliche Erträge
Außerordentliche Aufwendungen
= Außerordentliches Ergebnis
Steuern vom Einkommen und Ertrag
sonstige Steuern

= Jahresüberschuss

Zusammenfassend kann die Gewinn- und Verlustrechnung also zweierlei aufgebaut sein, sollte aber sowohl im Rahmen des Umsatzkosten- als auch des Gesamtkostenverfahrens zum selben Ergebnis bzw. Jahresüberschuss führen.

20. Dezember 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.