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Was unterscheidet die Mehrwertsteuer von der Umsatzsteuer?

So manch einer ärgert sich darüber, wenn am Ende einer Rechnung auf den Posten gesetzliche Mehrwertsteuer trifft. Schließlich macht sie noch einmal etwa ein Fünftel des Rechnungsbetrages aus und wird zur eigentlichen fälligen Summe hinzu addiert.

Egal, wie lästig sie ist, umgangssprachlich wird sie einmal als Mehrwertsteuer und einmal als Umsatzsteuer bezeichnet. Dabei kommt es bei der Mehrwertsteuer und der Umsatzsteuer auch auf den Unterschied an, die aus betriebswirtschaftlichem und steuerrechtlichem Blickwinkel wichtig sind.

Mehrwertsteuer und Umsatzsteuer: Unterschiede der Begrifflichkeiten

Die Begriffe Mehrwertsteuer und Umsatzsteuer werden in Deutschland oft gleichbedeutend oder synonym verwendet. Ganz allgemein lässt sich sagen, dass „Umsatzsteuer“ als Oberbegriff zu verstehen ist, während „Mehrwertsteuer” die Art und Weise darstellt, nach der die Umsatzsteuer erhoben wird.

Umsatzsteuer fällt immer dann an, wenn eine Dienstleistung oder Ware verkauft wird. Die Umsatzsteuer wird prozentual zum Umsatz berechnet und beträgt zurzeit in Deutschland für die meisten Produkte 19 %. Sie bildet zusammen mit dem Nettopreis den fälligen Bruttopreis einer Ware.

Formel: Nettopreis + Umsatzsteuer = Bruttopreis

Ein Beispiel: Eine Schreinerei verkauft eine Leiter für 200 €. Dabei fällt 19 % Umsatzsteuer an, was 38 € entspricht. Die 38 € werden auf zum ursprünglichen Preis addiert. Der Käufer der Leiter muss also 238 € bezahlen. Die Schreinerei darf die 38 € Umsatzsteuer selbstverständlich nicht behalten, sondern ist verpflichtet, diese an das Finanzamt abzuführen.

Beim Handel von Waren und Dienstleistungen gilt das Mehrwertprinzip

Unter steuerlichen Gesichtspunkten gilt in Deutschland das so genannte Mehrwertprinzip, bei dem eine Verrechnung von Einnahmen und Ausgaben stattfindet. Beim Kauf einer Ware kann ein Unternehmen die dafür gezahlte Umsatzsteuer als Vorsteuer bei der Finanzbehörde geltend machen.

Diese Vorsteuer erhält das Unternehmen vom Fiskus zurück bzw. kann diese mit der eingenommenen Mehrwertsteuer, die beim Verkauf von Waren im gleichen Zeitraum anfällt, verrechnen.

Erneuet ein Beispiel: Eine Schreinerei verkauft eine Leiter für 200 € plus 38 € Umsatzsteuer (238 €) an einen Baumarkt. Der Baumarkt kann die 38 € Umsatzsteuer als Vorsteuer bei der Finanzbehörde geltend machen. Der Baumarkt verkauft die Leiter für 300 € plus 57 € Umsatzsteuer (357 €) an einen Privatkunden. Somit zahlt der Baumarkt Umsatzsteuer lediglich für den erwirtschafteten Mehrwert. Berechnung: 57 € – 38 € = 19 €.

Der einzige in einer Handelskette, der keine Vorsteuer geltend machen kann, ist der Verbraucher. Somit trägt er die gesamte Steuerlast. Faktisch gibt es in Deutschland keinen Unterschied zwischen Mehrwertsteuer und Umsatzsteuer. Unternehmen zahlen Umsatzsteuer nur auf den von ihnen erzielten Mehrwert. Denn sie können die eingenommene Mehrwertsteuer mit der vorab gezahlten Vorsteuer beim Finanzamt verrechnen.

11. November 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.