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Bund Future glattstellen – so arbeiten Hedgefonds

Eine sogenannte „Glattstellung“ befreit einen Finanzakteur wirtschaftlich von  allen Risiken, Pflichten und Rechten, die er durch seine bisher gehaltene (offene) Position eingegangen ist. Das wird auch als Offsetting bezeichnet. Dabei wird ein zweiter Vertrag abgeschlossen, der genau das Gegenteil des zuerst abgeschlossenen Geschäftes beinhaltet. Mit dem Ergebnis, dass sich die beiden Verträge aufheben.

Bund Future: Glattstellen offener Positionen

Hat man eine offene Position und möchte diese glattstellen, kann man das per Kauf oder Verkauf von Wertpapieren machen. Das gilt grundsätzlich für Futures genauso wie für Aktien,  Optionen und alle anderen Geschäfte an den Finanzmärkten.

Ist man „long“ positioniert, d.h. die offene Position ist eine Wette auf steigende Kurse, muss man zum Glattstellen ein Gegengeschäft abschließen, bei dem man mit fallenden Kursen Gewinne macht. Im Fachjargon wird dies als „short“ gehen bezeichnet. Ist man dagegen mit einer Short-Position gestartet, geht man „long“, um das erste Geschäft  auszugleichen.

Man sichert damit seine Gewinne oder Verluste ab. Im Fachjargon wird diese Möglichkeit der „Absicherung“ gegen Kursverluste  „Hedge“ genannt.

Long und short gehen

Ein Hedge erfolgt dann, wenn aus bestimmten Gründen das zuerst getätigte Geschäft nicht schließen kann oder darf (z.B. weil die Anlagerichtlinien eines Fonds ein bestimmtes Volumen in Bundesanleihen vorsehen). Trotzdem will der Portfoliomanager, weil er einen Zinsanstieg erwartet, sich gegen mögliche Kursverluste seiner Anleihen schützen.


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Er „hedged“ somit seine aktuelle Long Position durch den Verkauf von Bund Futures (short). Somit ist sein Zinsänderungsrisiko neutralisiert. Allerdings hat er auch keine Chance mehr, Kursgewinne zu erzielen, solange er gehedged ist. Der jeweilige Kursverlust der Longposition entspricht genau dem Kursgewinn der jeweiligen Shortposition, und umgekehrt.

Fondmanager arbeiten sehr häufig mit großen Volumina auf diese Art und Weise.

Das machen Hedge-Fonds

Aber wenn Sie jetzt annehmen, dass die sogenannten Hedgefonds immer gehedged sind, dann liegen Sie völlig falsch. Der Begriff ist in diesem Zusammenhang irreführend.

Hegdefonds arbeiten oft mit sehr großen Risiken. Um die großen Hebel nutzen zu können (mit relativ wenig Kapitaleinsatz große Preisbewegungen zu nutzen) arbeiten sie mit Finanzinstrumenten, die andere Marktteilnehmer zu hedgen nutzen. Also zu einem großen Teil mit Futures und Optionen.

Glattstellen von offenen Positionen für private Anleger

Haben Sie einen Optionsschein, mit dem Sie long sind, so können Sie natürlich versuchen, einen ähnlichen Schein zu finden, der eine Short-Position zu Ihrer aktuellen Position darstellt.

Dabei sollte man darauf achten, dass die Kennzahlen vergleichbar sind und vor allem Delta einen ziemlich ähnlichen Wert aufweist. Dadurch verändern sich die Optionsscheine vom Preis möglichst identisch, wodurch die Absicherung zustande kommt. Auch die jeweiligen Abstände zum Basiswert sollten gleich sein.

Es ist jedoch oft nicht ganz so einfach, einen exakten Hedge bei Optionsscheinen zu schaffen. Als CFD-Händler hat man es da deutlich einfacher. Dann kauft man lediglich die gleiche Menge an bisherigen Kontrakten und wettet in die andere Richtung. So funktioniert der Bund Future.

Somit ist klar: Bei Optionsscheinen ist es sehr schwierig, einen passenden Hedge zu finden. Es gibt eine Vielzahl von Faktoren, die die Preise beeinflussen, nicht zuletzt das Aufgeld (der Zeitwert). Da dieses im Zeitablauf sowohl bei Kauf- als auch bei Verkaufsoptionsscheinen abnimmt können Sie keinen Hedge herstellen, außer für ganz kurze Zeitperioden von beispielsweise einem Tag.

Daher sollte für Sie als privatem Anleger immer gelten: die beste und kostengünstigste Variante einer Positionsglattstellung ist immer der Verkauf des betreffenden Wertpapiers. Bedenken Sie: je mehr Positionen Sie in Ihrem Depot „fahren“, desto eher können Sie den Überblick und damit viel Geld verlieren.

Verkaufen Sie wenn Sie feststellen, dass Ihre Handelsidee nicht aufgeht. Belasten Sie sich nicht weiter damit sondern konzentrieren Sie sich lieber auf eine neue Investition. Und sei es die genau gegenläufige Position zu Ihrer ersten Entscheidung.

18. Februar 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.