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Christian Wulff – die Affäre des Bundespräsidenten a.D.

Wohl kein Bundespräsident hat in seiner Amtszeit und auch danach so sehr polarisiert wie Christian Wulff. Begriffe wie Vorteilsnahme oder Bestechlichkeit bringen viele mit dem Namen Christian Wulff in Verbindung. Obwohl sein Rücktritt nun schon mehr als 2 Jahre her ist, bleiben viele Schlagzeilen in Erinnerung.

Christian Wulff – Ministerpräsident und Bundespräsident

Christian Wulff wurde am 19. Juni 1959 in Osnabrück geboren, ist ein deutscher Politiker und studierter Rechtsanwalt. Von 2003 bis 2010 war er Ministerpräsident des Landes Niedersachsen. Als jüngster Bundespräsident Deutschlands hatte er zugleich auch die kürzeste Amtszeit von knapp 1,5 Jahren.

Bereits als Ministerpräsident von Niedersachsen wurde Wulff als möglicher Kanzlerkandidat in Erwägung gezogen. Doch seine persönliche Stellungnahme, er sei kein „Alphatier“, beförderte ihn nicht auf den Sitz des Kanzlers, sondern auf den des Bundespräsidenten. 3 Wahlanläufe brauchte er gegen Joachim Gauck ehe er als jüngster Bundespräsident in die Geschichte einging.

Die ersten Stolpersteine: Kreditaffäre und Medienaffäre

Der Anfang vom Ende des Politikers Wulff war die Kreditvergabe zur Finanzierung des Eigenheims der Familie. Eine Geldleihe eines befreundeten Unternehmerpaares wurde zunächst abgestritten. Das niedersächsische Ministergesetzt verbietet jedoch die Annahme von Geschenken, dazu zählen auch verbilligte Kredite.

Doch es wurden nicht nur Privatkredite durchleuchtet. Auch ein Kredit der BW-Bank von Anfang 2010 geriet in die Kritik, da die für Christian Wulff gewährte Kondition deutlich unter marktüblichem Niveau lag und die Marge der Bank ungewöhnlich niedrig war. Dieser von der BW-Bank gewährte Kredit richtete sich nach den zu dem Zeitpunkt üblichen Geldmarktzinsen und wäre für einen Normalkunden unerreichbar gewesen.

Danach kamen die Steine ins Rollen: Einen Tag vor Bekanntwerden der Ungereimtheiten bezüglich der Kredite und der Publikation diverser Medien, tätigte Wulff einen Anruf bei Kai Diekmann, Chefredakteur der Bild-Zeitung, und drohte mit Strafanzeige, sofern ein entsprechender Artikel erscheinen würde. Einen ähnlichen Anruf erhielt auch Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG.

Urlaubseinladungen und andere Erklärungsnöte

Ob es hierbei überhaupt zu einem Rechtsbruch kam, ist nach wie vor umstritten. Allerdings reagierten Medien und auch die Bevölkerung sehr kritisch auf diese Vertuschungsversuche – und dies wurde Wulff zum Verhängnis. Der öffentliche Druck nahm zu und das Thema bestimmte die Nachrichten, die Comedy-Shows und das öffentliche Leben.

Auch die Urlaubseinladungen in der Villa von Ex-AWD Chef Carsten Maschmeyer auf Mallorca sowie diverse Reisen in die USA, nach Sylt oder Norderney brachten Wulff in Erklärungsnot.

Ehrensold und Strafprozess

Nach Mitteilung durch das Bundespräsidialamt, dass Wulff bis zu seinem Lebensende einen Ehrensold in Höhe von 199.000 € pro Jahr erhalten werde, brechen alle Dämme der vernünftigen Kommentare zu dem Thema. Im Internet verbreiten sich negative Bemerkungen zur Causa Wulff, vielfach auch unter der Gürtellinie. Schlussendlich wurde der Ehrensold auf 217.000 € pro Jahr angehoben. Im Strafprozess wegen Vorteilsnahme wurde Christian Wulff Ende Februar 2014 freigesprochen.

Die Causa Wulff – ein Fazit

Ob und wenn ja inwieweit die vielen Anschuldigungen gegenüber Christian Wulff stimmen, ist kaum mehr nachzuvollziehen. Zuviel schmutzige Wäsche ist nicht nur im Rechtsstreit gewaschen worden, sondern auch bereits im Vorfeld durch die Medienhatz auf seine Person. Im Rückblick ist vermutlich sowohl Kritik am Verhalten des Bundespräsidenten wie auch an der Jagd durch die Medien angebracht.

16. März 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Christian Klein. Über den Autor

Christian Klein hat durch eine Ausbildung in der Finanzbranche und ein anschließendes Studium mit Schwerpunkt BWL weitreichende Erfahrungen im Wertpapierhandel sammeln können. Aus persönlichem Interesse setzt er sich weiterhin mit Finanzpolitischen Themen sowie detaillierten Analysen auseinander. Als privater Anleger mit mehr als zehn Jahren Erfahrung befasst er sich mit technischer Analyse und deren Zusammenhang im täglichen Marktgeschehen.