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Derivatemarkt ist explodiert – und birgt Risiken

Das Prinzip eines Derivates lässt sich leicht erklären. Ein Derivat ist von einem einfachen Basiswert abhängig.

Das können Rohstoffe oder Lebensmittel sein, das können Vermögensgegenstände wie Anleihen oder andere Wertpapiere sein, das können aber auch Zinssätze oder Indices sein.

Mit Hilfe des abgeleiteten Papieres kann man auf die Kursentwicklung des zu Grunde liegenden Wertes spekulieren.

Daher wird der Begriff Derivat gewöhnlich als Sammelbegriff für alle möglichen Termingeschäfte, also Wetten auf die Zukunft, verwendet.

Derivate von Derivaten

Derivate gibt es aber auch noch eine Stufe abstrakter.

Sie können sich auch auf mögliche zukünftige Ereignisse beziehen, etwa den Fall eines Staatsbankrotts oder der Insolvenz eines Unternehmens.

Und schließlich gibt es auch noch Derivate, die ihrerseits von Derivaten abgeleitet sind.

Derivate als Hebelprodukte

Derivate sind allgemein so gebaut, dass sie die Schwankungen der Preise ihrer zu Grunde liegenden Anlageobjekte, der Basiswerte, überproportional nachvollziehen.


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Daher lassen sie sich zum einen zur Absicherung gegen Wertverluste einsetzen; zum anderen dienen sie der Spekulation auf Kursveränderungen des Basiswerts.

Zu den häufigsten anzutreffenden Derivaten zählen Zertifikate, Optionen, Futures und Swaps.

Mit Derivaten lassen sich also Entwicklungen zigfach überzeichnen. Mit kleinem Einsatz kann ein Investor daher riesige Gewinne machen – oder enorme Verluste.

Mehr dazu: Derivate – Risiken

Der Derivatemarkt hat gigantische Ausmaße

Der weltweite Derivatemarkt hat für Menschen, die im Alltag mit überschaubaren Zahlen zu tun haben, schier unglaubliche Dimensionen.

Sein Volumen wird laut der Bank für internationalen Zahlungsausgleich im Jahr 2012 auf rund 700 Billionen US-Dollar geschätzt, das sind also siebenhundert-tausend-milliarden US-Dollar.

Und das ist, um es in ein Verhältnis zu setzen, ein Vielfaches der gesamten jährlichen Wirtschaftsleistung aller Staaten der Welt.

Derivatemarkt ist explodiert – und birgt Risiken

Seit 1998 hat sich das Volumen des außerbörslichen Derivatemarktes damit verzehnfacht – er ist das dynamischste Wachstumssegment an den globalen Finanzmärkten.

Zugleich, das hat die Krise nach 2008 gezeigt, schlummern im Derivatemarkt aber auch ebenso mächtige Risiken für das globale Finanzsystem und damit auch für die Weltwirtschaft.

Dabei liegt das Problem dieses Marktes wohl weniger in seinem Volumen als darin, dass er weitgehend unreguliert abläuft.

Das öffnet Spekulationen die Tür und hat bereits zu erheblichen Blasen geführt. Daher haben die Regulierer den Derivatemarkt ins Visier genommen.

In USA und in Europa gelten ab 2013 neue Regeln für den Derivatehandel.

Die neuen Regeln in den USA und in Europa

Künftig sollen Derivategeschäfte aus den dunklen Ecken des unreglementierten Marktes gezerrt werden.

Dazu sollen für solche Geschäfte zentrale Gegenparteien, sogenannte Clearinghäuser, eingeschaltet werden. Zudem müssen diese Geschäfte an ein Transaktionsregister gemeldet werden.

Das soll das System transparenter machen und stabilisieren, gerade für den Fall einer Bankpleite.

In den USA werden die Regeln Anfang 2013 komplett angewendet, in der EU wohl erst ab Sommer 2013.

31. Oktober 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Fehr
Von: Michael Fehr. Über den Autor

Michael Fehr wirkt seit fast zwei Jahrzehnten am internationalen Finanzplatz Frankfurt, ist ausgewiesener Finanz- und Wirtschaftsjournalist: Er arbeitete unter anderem für die Deutsche Börse AG, das ARD-Börsenstudio und die Financial Times Deutschland.