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Edelmetall Silber: Warum es nicht unterschätzt werden sollte

Der DAX ist katastrophal in das neue Börsenjahr gestartet. Von 10.500 Punkten ging es fast ohne Pause runter auf unter 9.000 Punkte. Das 52-Wochen-Hoch (12.390 Punkte) aus dem Frühjahr 2015 wirkt heute wie ein Traum.

Was also soll man jetzt nach diesem Mini-Crash tun? Aktien jetzt noch verkaufen?

Der bekannte Vermögensverwalter Jens Ehrhardt, der seit rund 50 Jahren im Börsengeschäft aktiv ist, gab vor wenigen Tagen im „Handelsblatt“ folgende Antwort: „Wenn wir die letzten 10 Einbrüche anschauen, wäre es in acht dieser Fälle falsch gewesen, dann noch zu verkaufen. Denn anschließend stiegen die Kurse wieder.“

Ehrhardt würde daher jetzt nicht verkaufen, sondern kaufen. Er hält die Rückkehr zur 12.000- Punkte-Marke noch im laufenden Jahr für möglich. Sein zweiter Tipp: Edelmetalle.

Aus diesem Grund wollen wir in diesem Artikel Ihren Blick auf den „kleinen Bruder“ des Goldes lenken, nämlich auf Silber. Nach 5 sehr mageren Jahren (Preissturz von 45 auf unter 15 US-Dollar je Unze), ist die Zeit reif für ein Comeback.

Silber wird verbraucht, Gold wird gehortet

Im Edelmetall- & Rohstoffmagazin 2015/2016 finden Sie einen interessanten Artikel zum Thema Silber. Die Überschrift dieses Artikels beinhaltet die provokante Frage: „Wann wird Silber mehr wert sein als Gold?“ (aktuell kostet 1 Unze Silber gut 15 US-Dollar, eine Unze Gold dagegen knapp 1.200 US-Dollar).

Der Autor des Artikels weist unter anderem darauf hin, dass Gold ein monetäres Metall bzw. Geld ist, Silber hingegen noch ein zweites fundamentales Standbein besitzt, da es ein bedeutendes Industriemetall ist.

Er schlussfolgert, dass Gold gehortet und Silber verbraucht wird.

Silber wird in mehr als 42.000 verschiedenen Anwendungen eingesetzt und es gibt mehr als 1.300 Patente mit Silber.


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Silber wird zum Beispiel in PC-Tastaturen, zum Abtöten von Viren und Bakterien, oder in Sensoren mit Silberanteil verwendet – und die Anwendungen werden immer mehr.

Ein steigender Bedarf nach dem Edelmetall ist somit zu erwarten. Die einzigartigen Qualitäten des Metalls, vor allem was die Leitfähigkeit und reflektierenden Eigenschaften betrifft, seien laut Michael DiRienzo vom Silver Institute der Hauptgrund für eine steigende Nachfrage nach dem Edel- und Industriemetall.

Silber wird speziell in der Solarenergiebranche gebraucht. Hinzu kommt die steigende Nachfrage nach Silbermünzen als Anlageform bzw. als Werterhaltungsmittel. Nicht nur bei United States Mint, in den USA verantwortlich für die Prägung von Umlaufmünzen und Sammelmünzen, kommt es immer wieder zu Lieferengpässen.

Das Silberangebot ist begrenzt

Eine geologische Besonderheit von Silber ist, dass es typischerweise nur nahe der Erdoberfläche gebildet wird. Da die meisten Lagerstätten nahe der Erdoberfläche bereits entdeckt worden sind, kann davon ausgegangen werden, dass Silber seltener wird und die Minenförderung sinkt.

Exemplarisch eine extreme Position zu diesem Thema: Einige Experten gehen davon aus, dass die bekannten Silberreserven bereits in 13 Jahren ausgebeutet sein werden.

Laut einer Publikation vom World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) aus dem Jahr 2001 und Berechnungen von David Roper aus dem Jahr 2005 gab es damals noch etwa 18,3 Mrd. Unzen Silber auf der Welt.

Silber kann der Überraschungssieger an den Börsen werden

Diese 570.000 Tonnen Silber sind bei einer Minenförderung von 25.000 Tonnen pro Jahr in 23 Jahren ausgebeutet.

Da seit den Berechnungen bereits gut 10 Jahre vergangen sind, ergibt sich die Prognose von – von heute aus betrachtet – noch 13 Jahren, bis die weltweiten Silbervorkommen ausgebeutet sind.

Solche Berechnungen sind stets mit Vorsicht zu genießen (so haben neue Ölförder-Technologien dazu geführt, dass die Öl- Reserven viel größer sind als noch vor einigen Jahren gedacht), doch einen wahren Kern haben die Zahlen: Es dürfte immer schwieriger werden, leicht abbaubares Silber zu finden.

Laut „Bullion Shark’s 2016 Silver Outlook“ lagen die Gesamtkosten der Silberförderung bereits im Jahr 2015 bei rund 18 US-Dollar je Unze und damit deutlich über dem Silberpreis am Jahresende 2015 (ca. 14 US-Dollar je Unze).

Die Nachfrage soll bis 2018 deutlich steigen

Die negative Preisentwicklung von Silber aus den vergangenen 5 Jahren sollte sich schon bald spürbar umkehren.

Denn: Das Silver Institute, das offizielle Organ der Silberproduzenten, prognostizierte 2015 für den Zeitraum bis zum Jahr 2018 einen Anstieg der industriellen Silbernachfrage um 27%.

Die steigende Nachfrage soll zu einem großen Teil dem Bereich für elektronische Anwendungen geschuldet sein. Laut Prognose wird die industrielle Nachfrage auf 680 Mio. Unzen steigen. Bleibt die nichtindustrielle Silbernachfrage konstant, würde sich daraus ein Wachstum von etwa 3% pro Jahr ergeben.

Ob es dank der steigenden Nachfrage zu einem Angebotsdefizit kommt, hängt von folgenden Faktoren ab:

  1. Bleibt die Schmuck- und Investmentnachfrage, die rund die Hälfte der gesamten Nachfrage ausmacht, auf dem aktuellen Niveau, steigt oder sinkt sie? Historisch betrachtet hängt die Investmentnachfrage nach Silber vom Gold ab. Das bedeutet: Wenn der Goldpreis steigt (wie aktuell), sollte das auch die Investmentnachfrage nach Silber steigern.
  2. Wie entwickelt sich die Minenförderung? Da die Silberförderung zu weit über 50% durch andere Metalle wie Kupfer, Blei, Zinn oder Zink bestimmt wird (es gibt nur wenige reine Silberminen; oft ist Silber nur ein „Abfallprodukt“ in anderen Rohstoffminen), hängt die Förderung von Silber in hohem Maße von den Fördermengen der anderen Rohstoffe ab. Da die Investitionen in der Rohstoffbranche zuletzt dramatisch gekürzt wurden, zeichnet sich ein sinkendes Silber-Angebot ab.
  3. Welche Rolle wird künftig das Recycling-Silber spielen? Altsilber war am Silber-Hoch im Jahr 2011 mit rund 260 Mio. Unzen für ein Viertel des gesamten Silberangebots verantwortlich. In den Folgejahren sank der Anteil. Dies war vor allem eine Folge des unattraktiven Silberpreises. Daher gilt: Steigt der Silberpreis, wird auch der Anteil von Altsilber am gesamten Silberangebot wieder zunehmen. Es sei denn: Große Mengen des Altsilbers wurden bereits im Silber-Boom 2011 zu Geld gemacht und stehen somit nicht mehr zur Verfügung.

Fazit: Silber hat aufgrund der steigenden Nachfrage und der unklaren Angebotslage das Zeug dazu, einer der Überraschungsgewinner der kommenden Börsenjahre zu werden.

3. Mai 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.