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Einfuhrumsatzsteuer als Vorsteuer – das muss man als Unternehmer wissen

Das Thema Einfuhrumsatzsteuer als Vorsteuer ist für alle Unternehmer interessant, die Waren aus EU-Ländern und Staaten außerhalb der EU beziehen und weiterverkaufen.

Bei der Einfuhr aus Drittländern wird neben den Zöllen auch die Steuer erhoben. Zuständig dafür ist die Zollverwaltung. Dabei entspricht die Einfuhrumsatzsteuer in der Regel der Mehrwertsteuer bzw. Umsatzsteuer der Waren.

So gesehen entfällt die Umsatzsteuer für das Land, aus dem die Exporte kommen, und wird dann beim Import wieder angerechnet. Wie das genau abläuft und wie die Einfuhrumsatzsteuer-Vorsteuer berechnet wird, schauen wir uns genauer an.

Vorsteuerabzug

Bei der Einfuhr fällt also eine Vorsteuer an, die man als importierender Unternehmer zahlen muss. Hintergrund des Vorsteuerabzugs ist es dabei, die Importeure der Ware nicht unnötig zu belasten. Denn verkauft der Unternehmer die Ware weiter, so muss erneut Umsatzsteuer für den Artikel oder das Produkt berechnet werden. Der Unternehmer zahlt somit die Vorsteuer, und zusätzlich muss er auch die erhaltene Umsatzsteuer für die Ware wieder an das Finanzamt abführen. Hier kommt nun die Einfuhrumsatzsteuer-Vorsteuer zum Tragen.

Denn bereits bezahlte Beträge, die beim Import schon an Steuer fällig waren, müssen nicht doppelt gezahlt werden. Das bedeutet, der Unternehmer kann diesen Anteil abziehen und muss nur noch den Teil der Umsatzsteuer aus dem Gewinn des Verkaufs abführen.

Kauft er zum Beispiel einen Artikel für 100 € aus dem Ausland ein, muss er 19 € Einfuhrumsatzsteuer zahlen (19% von 100 €). Im Anschluss verkauft er die Ware für 150 € weiter. Insgesamt stehen dabei auf der Rechnung des Artikels 150 € inklusive 28,50 € Mehrwertsteuer (19% von 150 €). Da er bereits 19 € bei der Einfuhr abgeführt hat, muss er jetzt nur noch die restlichen 28,50 € – 19 € = 9,50 € als Umsatzsteuer an das Finanzamt zahlen.

Die Einfuhrumsatzsteuer-Vorsteuer wird dadurch verbucht und die Abrechnung gestaltet sich für den Unternehmer direkter. Als Rechtsgrundlage dient im Umsatzsteuergesetz (UStG) § 15 Abs.1 Nr. 2.

Berechtigung und Bedeutung

Es aber kann nicht jeder die Vorsteuer geltend machen. Die Regelung gilt nur für Unternehmen und Selbstständige, die auch zum Vorsteuerabzug berechtigt sind. Damit haben private Personen sowie Bund, Länder und Gemeinden nicht das Recht auf Vorsteuerabzug. Genauso wenig trifft das auf Kleinunternehmer zu, bei denen keine Umsatzsteuer erhoben wird.

Als Unternehmer muss man deshalb bei der Zollanmeldung klarstellen, dass man die Berechtigung zur Einfuhrumsatzsteuer-Vorsteuer besitzt. Nur so kann man den Vorsteuerabzug in voller Höhe geltend machen und nutzen.

Fazit: Einfuhrumsatzsteuer-Vorsteuer

Die Einfuhrumsatzsteuer-Vorsteuer ist eine Umsatzsteuer, die direkt beim Import anfällt. Gewerbliche Importeure müssen diese Steuer bei der Einfuhr zahlen. Gleichzeitig wird diese Vorsteuer aber beim späteren Verkauf der Ware angerechnet. Es ist somit eine vorzeitige Steuer, die dem Unternehmer kurzfristig Kosten verursacht. Sobald er die Ware allerdings wieder verkauft, erhält er diese Vorsteuer jedoch wieder zurück.

Zwar bekommt er sie nicht von der Zollverwaltung oder vom Finanzamt erstattet, allerdings spart er sich den entsprechenden Anteil abzuführen, wenn er durch die Ware beim Verkauf Einnahmen erzielt. Durch dieses System ist man als Unternehmer gut beraten, wenn man keine langen Lagerzeiten hat und somit die Vorsteuer zeitnah wieder geltend machen kann, indem man die importieren Waren schnell wieder verkauft.

19. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.