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Einkommensteuer-Vorauszahlung: Einspruch gar nicht notwendig

Eine Steuer-Vorauszahlung ist eine Abschlagszahlung auf die voraussichtliche Jahressteuerschuld eines Steuerpflichtigen. Um dem Steuerpflichtigen eine hohe Nachzahlung zu ersparen, werden bereits im laufenden Jahr Vorauszahlungen erhoben. Außerdem dienen die Vorauszahlungen dem Staatshaushalt, damit dieser einen regelmäßigen Geldfluss sicherstellen kann.

Vorauszahlungen auf die Einkommensteuer sind grundsätzlich am 10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember eines jeden Jahres zu leisten. Einkommensteuervorauszahlungen fallen auch an bei Einkünften aus Vermietung und Verpachtung, Renteneinkünften und Gewinnen aus gewerblicher bzw. freiberuflicher Tätigkeit oder aus Land- und Forstwirtschaft.

Grundlage für Vorauszahlungen ist die letzte offizielle Steuerfestsetzung

Die Einkommensteuer-Vorauszahlungen basieren auf der letzten offiziellen Steuerfestsetzung. Falls der aktuelle Steuerbescheid aus dem Jahr nach einer erneuten Steuerfestsetzung eine deutliche Steigerung der Einnahmen aufweist, dann können auch noch nachträglich Vorauszahlungen vom Fiskus verlangt werden.

Dazu steht dem Finanzamt ein relativ üppiger Zeitraum von 15 Monaten zur Verfügung. So konnten beispielsweise die Vorauszahlungen für das Jahr 2011 noch bis Ende März 2013 angepasst werden. Voraussetzung ist dabei allerdings, dass es sich bei der nachträglichen Erhöhung um eine Summe von mindestens 5.000 € handelt.

Doppelbelastung im Hinterhalt: Vorauszahlungen + Nachzahlungen

Hier lauert eine finanzielle Doppelbelastung, die viele Steuerzahler eiskalt erwischt: Neben der nachträglichen Einkommensteuer-Vorauszahlungen fallen parallel auch noch die Nachzahlungen an, die sich aus dem Bescheid ergeben.

Die Erträge aus Geldanlagen tauchen im Vorauszahlungsbescheid in der Regel nicht auf: Die Abgeltungssteuer wird direkt von der Bank einbehalten. Dabei sollte jedoch berücksichtigt werden, dass es bei Geldinstituten im Ausland anders aussieht. Dort erzielte Einnahmen tauchen im Einkommenssteuerbescheid auf. Folglich fallen dadurch auch Vorauszahlungen an.

Herabsetzung der Einkommenssteuer-Vorauszahlung ohne Einspruch beantragen

Wenn die Einnahmen im aktuellen Jahr geringer ausfallen, dann kann man dies bereits bei den Vorauszahlungen geltend machen. Dazu muss beim Finanzamt beantragt werden, dass die Einkommensteuer-Vorauszahlung herabgesetzt wird.

Dazu ist kein Einspruch notwendig, da der Bescheid über die Vorauszahlung ohnehin unter dem Vorbehalt der Nachprüfung steht. Es reicht aus, dem zuständigen Finanzamt einen Brief zukommen zu lassen, in dem deutlich wird, welche Änderungen in den persönlichen Verhältnissen eine Herabsetzung rechtfertigen.

Einkommenssteuer: Einspruch einlegen nur innerhalb der festgelegten Frist

Falls mit dem Steuerbescheid jedoch trotzdem einmal etwas nicht stimmen sollte, empfiehlt es sich, möglichst schnell Einspruch dagegen einzulegen. Denn stimmt mit den Berechnungen des zuständigen Finanzamtes etwas nicht, kann nur innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe des Bescheids Einspruch eingelegt werden.

Das bedeutet im Klartext: Der Beginn der Monatsfrist ist an den Poststempel gebunden. Dieses Datum plus drei weitere Tage markiert den Beginn der Einspruchsfrist. Fällt das Ende der Einspruchsfrist auf einen Samstag, einen Sonn- oder gesetzlichen Feiertag, ist der erste darauf folgende Werktag maßgeblich.

4. April 2010

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Tino Hahn
Von: Tino Hahn.