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Haftpflichtversicherung: Zeitwert ist meistens ausschlaggebend

Wem schon mal etwas kaputt gegangen ist, der weiß: In den seltensten Fällen erstattet die Haftpflichtversicherung den Neupreis. Denn die meisten Anschaffungen verlieren mit der Zeit durch den Gebrauch und Verschleiß ihren Wert.

Um diesen Wertverlust zu berücksichtigen, berechnen die Versicherungen im Zuge der Schadensregulierung in der Regel den Zeitwert der betroffenen Sache. Inwieweit dieser vom Neupreis abweicht, hängt von mehreren Faktoren ab.

Definition und Berechnung des Zeitwerts

In der Haftpflichtversicherung drückt der Begriff Zeitwert aus, dass einer geschädigten Person im Schadensfall nicht der Neuwert, also die tatsächlichen Anschaffungskosten, sondern lediglich der aktuelle Wert erstattet wird. Der Zeitwert berechnet sich also aus dem Neuwert abzüglich des Wertverlustes wegen Alter, Gebrauch und Abnutzung des Gegenstands.

Da diese Rechnung für jeden Einzelfall aber in der Praxis unmöglich ist, nehmen Versicherungen die sogenannte mittlere Nutzungsdauer zur Berechnung des Zeitwerts zur Hand. Der Neuwert wird demnach um einen entsprechenden Pauschalwert gemindert.


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Oft kann diese Berechnung für die Geschädigten sehr ärgerlich sein. Denn besonders technische Geräte verlieren sehr schnell an Wert. Meistens ist der Wert eines Elektrogeräts nach 3 Jahren schon um die Hälfte gesunken. Damit weicht der Zeitwert, den die Versicherung zahlt, oft sehr stark vom Neuwert ab.

Haftpflichtversicherung: Meistens ist der Zeitwert relevant

In erster Linie bietet die Haftpflichtversicherung dem Versicherungsnehmer finanziellen Schutz, indem sie dessen Vermögen bei berechtigten Schadensersatzforderungen vor Dritten schützt. Doch auch bei Unfällen oder Sachschäden greift in den meisten Fällen die Haftpflichtversicherung.

Die Haftpflichtversicherung ersetzt grundsätzlich aber immer nur den Zeitwert einer Sache. Der Geschädigte hat bei materiellen Gütern, die mehrere Jahre alt sind, nur sehr selten Anspruch auf den Neupreis. Dadurch soll eine Bereicherung durch einen Haftpflichtschaden und Versicherungsbetrug ausgeschlossen werden.

Außerdem achten die Versicherungen natürlich darauf, dass ihre eigenen Kosten im Rahmen der Schadensregulierung möglichst niedrig bleiben.

In wenigen Fällen erstattet die Haftpflichtversicherung den Neuwert einer Sache. Manche Versicherungen zahlen den Neuwert aus, wenn das betreffende Objekt nicht älter als 6 Monate ist. Das ist allerdings nicht die Pflicht der Haftpflichtversicherung, sondern eine Frage der Kulanz.

Eine Neuwertentschädigung ist allerdings in manchen Ausnahmen auch denkbar. Durch die Erstattung des Zeitwerts soll der Geschädigte die Möglichkeit erhalten, sich auf dem Gebrauchtmarkt gleichwertigen Ersatz zu beschaffen.

Nun ist vor einiger Zeit ein Fall bekannt geworden, bei dem ein Geschädigter für seine kaputte Brille, die bereits 5 Jahre alt war, den Neuwert einklagen konnte. Das Argument des Gerichts war ein fehlender Gebrauchtmarkt für Brillen und somit musste die Haftpflichtversicherung den vollen Preis der Brille zahlen.

6. August 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.