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Leerverkäufe: Definition eines Börsenmonsters

Im Zuge der Finanzkrise sind sie in Verruf gekommen: die sogenannten Leerverkäufe. Die Definition hiervon zeigt jedoch auch Potenzial für positive Transaktionen.

Ein Leerverkauf beschreibt darin einen Verkauf von Finanzinstrumenten wie Aktien oder Devisen, über die der Verkäufer zum Handelszeitpunkt nicht verfügt. Um das Handelsvolumen dennoch erfüllen zu können, muss er sich bis zum Lieferzeitpunkt mit den verkauften Waren eindecken.

Oftmals wird an der Börse anstelle des Begriffs „Leerverkauf“ auch die englische Bezeichnung „short sale“ verwendet.

Mehr zum Thema: Ungedeckte Leerverkäufe: Wissenswertes im Überblick

Leerverkäufe: Definition der drei Einsatzmöglichkeiten

In den vergangenen Jahren setzen immer mehr Börsianer auf Leerverkäufe. Die Definition der Einsatzmöglichkeiten lässt sich dabei grob in drei Kategorien unterteilen.

Zum einen dienen Short Sales als Spekulationen auf einen baldigen Preissturz. Der Verkäufer hofft beispielsweise, dass er Aktien in wenigen Tagen deutlich günstiger einkaufen kann. Nun verkauft er die Aktien zum jetzigen Handelspreis und kann nach der Erfüllung seiner Prognose den Preisunterschied als Gewinn einbehalten.


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Kassamarkt vs. Terminmarkt

Zum anderen kann durch einen Leerverkauf auch ein preislicher Unterschied zwischen dem Termin- und dem Kassamarkt ausgenutzt werden. Ist der Terminkurs höher als der Kassakurs, kann der Verkäufer einen Terminverkauf (zum höheren Preis) abschließen und sich danach am Kassamarkt eindecken.

Als letzten Punkt können sie auch als Absicherungsgeschäft genutzt werden. Hierbei wird ein Terminkauf eines Finanzmittels durch einen Leerverkauf des gleichen Mittels abgesichert.

Leerverkäufe: Definition des höheren Risikos

Im Gegensatz zum normalen Aktienhandel ist das Risiko mit Leerverkäufen jedoch deutlich höher.

Sind die maximalen finanziellen Verluste beim Kauf einer Aktie auf den Wert einer Aktie beschränkt, der Gewinn dagegen nach oben offen, spiegeln Leerverkäufe das genaue Gegenteil wieder. Hier sind durch einen plötzlichen Kursanstieg der bereits zum niedrigeren Preis verkauften Wertpapiere nahezu unbegrenzte Verluste möglich.

Außerdem kann es immer wieder vorkommen, dass sich der Preis eines Wertes durch eine Marktknappheit verteuert. In Ausnahmefällen kann sich der Verkäufer sogar gar nicht mit den versprochenen Werten eindecken.

In diesem Fall besitzt der Käufer die Möglichkeit, aus dem Geschäft auszusteigen und einen Schadensersatz zu verlangen.

Mehr dazu: Leerverkäufe und wie sie funktionieren: Ein Beispiel

Short Sale: Kassageschäft oder Termingeschäft

Leerverkäufe können sowohl als Kassageschäft als auch als Termingeschäft durchgeführt werden.

Bei einem Kassageschäft ähnelt der Leerverkauf einem normalen Handel. Der Verkäufer muss den Wert innerhalb der gültigen Fristen – meist zwei Tage – übergeben. Dies geschieht meist durch eine Wertpapierleihe.

Beim Termingeschäft geschieht der Short Sale dagegen nicht sofort, sondern erst zu einem vorher festgelegten Termin. Dies bedeutet, dass der Verkäufer sich über einen längeren Zeitpunkt mit den gehandelten Waren eindecken kann.

Leerverkäufe: Definition der rechtlichen Lage

Leerverkäufe sind in Deutschland nicht legal definiert. Dagegen fallen sie unter das Kaufvertragsrecht, laut dem es erlaubt ist, eine Verpflichtung auf einen Handel zu einem späteren Zeitpunkt zu verkaufen.

Ungedeckte Leerverkäufe sind hingegen seit Mitte 2010 verboten. Die Bundesanstalt für Finanzdienstlistungsaufsicht (BaFin) definiert ungedeckte Leerverkäufe als jene, bei denen sich der Verkäufer weder Eigentum verschafft noch einen Anspruch auf einen Eigentumsübertrag zu einem festgelegten Zeitpunkt hat.

Mehr dazu: Leerverkäufe Deutschland: Verboten oder nicht?

15. Mai 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.