Kauf und Verkauf von Optionen – Fachbegriffe, Abwicklung & Co.

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Der Kauf einer Option: Das Eröffnen einer Optionen-Position geschieht in der Regel durch den Kauf einer Option. (Foto: Trismegist san / Shutterstock.com)

Begriffserklärung: Eine Option kaufen

Der Kauf einer Option: Das Eröffnen einer Optionen-Position geschieht in der Regel durch den Kauf einer Option. Dieses Geschäft wird auch „Opening“ genannt. „Opening“ kommt aus dem Englischen und heißt „Eröffnung“. Es bedeutet also, dass eine Position neu eröffnet wird.

Dafür gibt es folgende Möglichkeiten:

  • Sie kaufen einen Call. Für diese Art der Geschäftseröffnung wird auch im deutschsprachigen Raum oft der englische Begriff „Open Long-Call“ verwandt.
  • Entsprechend gibt es zur Positions-Eröffnung den Kauf eines Puts, der im Englischen als „Open Long-Put“ bezeichnet wird. Nach Kauf eines Calls oder Puts sind Sie Inhaber eines Long-Calls oder Long-Puts.

Exkurs: Abgrenzung von Long-Call und Long-Put zu Stillhalter-Geschäften

  • Jedes Optionen-Geschäft hat einen Käufer. Als Käufer treten wir mit unseren Umsetzungen der Optionen-Profi-Empfehlungen auf. Jeder Optionen-Handel hat entsprechend auch einen Verkäufer der Option. Das kann ein bisheriger Inhaber der Option sein, der seine Position glattstellt (verkauft).
  • Das kann aber auch ein Marktteilnehmer sein, der durch den Verkauf als Stillhalter tätig wird und seine Position ebenfalls eröffnet. Er ist damit Verkäufer des von Ihnen gekauften Kontraktes. Sie haben durch den Kauf von Calls oder Puts Rechte erworben.
  • Der Verkäufer, der als Stillhalter die Gegenseite dieses Vertrages einnimmt, muss Ihre Rechte erfüllen, wenn Sie diese einfordern. Dafür haben Sie ihm den Kaufpreis (die Prämie) für die Option bezahlt. Der Stillhalter hat seine Position also auch eröffnet.
  • Zur Unterscheidung zwischen dem Käufer einer Option (Inhaber des Long-Calls oder des Long-Puts) und dem Stillhalter, wird die Position des Stillhalter-Geschäftes „Short-Call“ oder „Short-Put“ genannt.

Vier „Opening-Transaktionen“

  • Open Long-Call (Käufer und Inhaber eines Calls)
  • Open Long-Put (Käufer und Inhaber eines Puts)
  • Open Short-Call (Verkäufer und Stillhalter eines Calls)
  • Open Short-Put (Verkäufer und Stillhalter eines Puts)

Der Käufer eines Calls wird zum Inhaber des Long-Calls. Der Käufer eines Puts wird zum Inhaber des Long-Puts. Analog dieser Fachausdrücke ist der Trader, der einen Straddle durch den Kauf einer gleich großen Anzahl von Calls und Puts auf denselben Basiswert mit denselben Basispreisen bildet, Inhaber eines Long-Straddles.

Durch den Kauf einer gleich großen Anzahl von Calls und Puts auf denselben Basiswert mit unterschiedlichen Basispreisen wird der Trader entsprechend zum Inhaber eines Long-Strangles.

Optionsscheine verkaufen: Über die Börse oder direkt an den Emittenten

Der Anleger kann seine Order an verschiedenen Börsen platzieren. Diese wird unter Angabe der Wertpapierkennnummer oder der International Securities Identification Number (ISIN) im börsen- oder außerbörslichen Handel oder auch direkt beim Emissionshaus platziert.

Für den Börsenhandel muss der Anleger mindestens einen Optionsschein kaufen oder verkaufen, dies gilt bei allen großen Banken wie bei der Deutschen Bank oder Citibank.

Optionen verkaufen: Wie läuft die Auftragsabwicklung ab?

Im Börsenhandel versucht zunächst ein Makler einen passenden Käufer oder Verkäufer für den Auftrag zu finden. Ist kein Käufer oder Verkäufer für den betreffenden Optionsschein zur Hand, wird der Auftrag an den Emittenten weitergeleitet.

Der Auftrag wird dann in der Regel dann zu den gestellten Geld- und Briefkursen des Optionsscheins abgewickelt. Dieser Kurs ist allerdings für den Anleger eher ungünstig. Einen besseren Kurs erhält der Anleger, wenn ein Börsenhandel zu Stande kommt.

Was ist bei der Order-Aufgabe zu beachten?

Bei der Auftragsplatzierung sollte der Anleger die Fixkosten beachten, denn bei jedem Auftrag fallen eine Maklergebühr sowie eine Abwicklungsgebühr der Bank an. Darum ist es sinnvoll eine höhere Stückzahl als nur einen Optionsschein zu handeln. Zudem sollte der Anleger beachten, dass die Abwicklung über den Emittenten in der Regel etwas länger dauert.

Wichtig: Anleger, die Optionsscheine bis Laufzeitende halten wollen, sollten klären, ob dieser manuell ausgeübt werden muss.

Die Ausübung ist mit Zusatzkosten verbunden, außerdem muss der Anleger selbst die Bank rechtzeitig informieren. Verschläft der Anleger diesen Zeitpunkt, ist der Optionsschein selbst dann wertlos, wenn dieser weit im Geld ist. Zudem sollten Optionsschein-Orders wegen des oft dünnen Handelsvolumens unbedingt immer limitiert abgegeben werden. Es empfiehlt sich darüber hinaus Onlinebanking zu nutzen, da dort die Gebühren deutlich niedriger sind. Auch erlauben Onlineaufträge eine schnellere Abwicklung. Aufgrund des risikoreichen Investments ist es sinnvoll, sich Stopkurse zu setzen, um eventuelle Verluste zu minimieren.

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Rainer Heißmann
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen. Mit Heißmanns Börsenkommentar bringt er wochentäglich die Börse auf den Punkt. Seine Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie jedem verständlich und nachvollziehbar werden.

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