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6 wichtige Konjunkturindikatoren für Anleger

„Die jüngste  Veröffentlichung der Konjunkturdaten führte an der Börse zu einer erheblichen Aufwärtsbewegung.“  Solche Sätze lesen Sie immer wieder in den Medien. Der Anlageerfolg kann durch eine gute Übersicht von Konjunkturdaten gesteigert werden.

Finanzmärkte reagieren meist sehr schnell auf die Veröffentlichung von Konjunkturindikatoren, die sich auf relevante wirtschaftliche Faktoren beziehen. Obwohl viele Konjunkturindikatoren hinsichtlich der Aussagekraft überschätzt werden und vielfach umstritten sind, gibt es 6 wichtige Indikatoren für Anleger.

1. Auftragseingangsindex für das verarbeitende Gewerbe

Der Auftragseingangsindex umfasst  den Wert aller eingehenden Aufträge und setzt diesen ins Verhältnis zum Durchschnittswert der Vorperiode. Dieser Indikator ermöglicht Anlegern eine erste Konjunkturbeurteilung. Hohe Auftragseingänge lassen auf positive Finanzmärkte schließen. Der Auftragsindex bezieht sich jedoch nur auf die Menge und nicht auf die Qualität der Aufträge.

2. ifo-Geschäftsklimaindex

Der ifo-Geschäftsklimaindex basiert auf einer Befragung der Unternehmen nach der aktuellen Lage und der zukünftigen Geschäftserwartung.  Der Index wird vom ifo-Institut, unter Leitung von dem Wirtschaftsexperten Prof. Sinn, ermittelt.

Basis für die Ermittlung des Ifo-Index sind die monatlichen Unternehmensmeldungen, die ins Verhältnis zum Basiswert von 2005 gesetzt werden. Der ifo-Index wird oftmals kritisch betrachtet, da er nur auf Schätzungen und nicht auf konkreten Zahlen basiert. Dennoch zeigt er Anlegern den erwarteten Konjunkturtrend. Somit können Rückschlüsse auf die Finanzmärkte erfolgen.

3. Bruttoinlandsprodukt (BIP)

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist der Wert aller hergestellten  Güter  während eines bestimmten Zeitraumes. Dieser Indikator zeigt somit die aktuelle Konjunkturlage.  Neben dem aktuellen BIP ist die Veränderung des BIP zu den Werten der Vorperioden interessant.

Mittels dieser Veränderungen erhalten Anleger relevante Informationen zum aktuellen Wirtschaftswachstum. Positive Wachstumswerte lassen auf eine Verbesserung der Finanzmärkte schließen.

Beispiel:

Das aktuelle BIP beträgt 700 Mrd. €, das BIP der Vorperiode betrug 680 Mrd. €. Hieraus ergibt sich eine Steigerung von 20 Mrd. €, dies entspricht einem Wirtschaftswachstum von 2,9 %.

4. Kapazitätsauslastung

Die Kapazitätsauslastung  vermittelt ein Bild über die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft. Wenn zum Beispiel Stahlunternehmen mitteilen, dass die Kapazitäten zu 85 Prozent ausgelastet sind, ist dies ein positives Signal.

Das deutet auf hohe Aufträge hin, diese dürften sich auch auf die Ertragslage positiv auswirken. Die Kapazitätsauslastung ist besonders für das produzierende Gewerbe wichtig. Führen diese Unternehmen zusätzliche Investitionen zur Kapazitätserweiterung durch, zeigt dies die positive Konjunkturerwartung.

5. Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote zeigt den Beschäftigungsgrad in der Volkswirtschaft. Neben der absoluten Arbeitslosenquote ist die Veränderung gegenüber den Vorperioden besonders wichtig. Steigende Arbeitslosenquoten deuten auf einen Konjunkturrückgang hin und umgekehrt.

Die Arbeitslosenquote ist mit Unsicherheiten belastet, da neben der Konjunktur weitere Faktoren relevant sind. Lohnsteigerungen oder technischer Fortschritt können den Indikator negativ beeinflussen. Anleger sollten die Entwicklung dieses Indikators aufmerksam beobachten.

Interessant ist die Entwicklung der Arbeitslosenquote im Zeitvergleich, da sich hieraus Rückschlüsse auf andere Konjunkturdaten ableiten lassen. Eine niedrige Arbeitslosenquote wirkt sich positiv auf den Konsum aus.

6. Insolvenzen

Die Zahl der Insolvenzen ist ein weiterer wichtiger Indikator, da er gute Informationen über die Konjunktursituation liefert.  In Phasen einer schwachen Konjunktur nimmt die Zahl der Insolvenzen zu. Sinkt dagegen die Anzahl der Insolvenzen, kann auch weiterhin von einer positiven Konjunktur ausgegangen werden. Auch bei den Insolvenzzahlen vermittelt  ein Zeitvergleich Anlegern wichtige Informationen.

Bedeutung und Zuverlässigkeit der Konjunkturdaten

Die Beurteilung der Konjunkturindikatoren ist nicht immer eindeutig. Teilweise werden sie durch andere  konjunkturunabhängige Faktoren beeinflusst, teilweise basieren sie auf Schätzungen. Dies führt dazu, dass sie gelegentlich kritisch beurteilt werden.

Dennoch sind die Indikatoren ein wichtiges Hilfsinstrument zur Konjunkturbewertung.  Anleger sollten daher die 6 wichtigsten Indikatoren für ihre Finanzmarkteinschätzung beachten. Eine höhere Relevanz gewinnen sie, wenn man sie im Zusammenhang beurteilt.

3. März 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Rudolf Schneider
Von: Rudolf Schneider. Über den Autor

Der gelernte Bankkaufmann beschäftigt sich seit über 30 Jahren eng mit dem Thema Banken, Börse und Finanzen und ist heute als Finanzberater tätig. Seine Leidenschaft gehört dem Thema Börse und dort speziell unterbewerteten Aktien.