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Konjunkturzyklus: Merkmale und was sie Ihnen verraten

Was genau sind die Merkmale eines Konjunkturzyklus und was zeichnet ihn aus?

Lesen Sie hier das Wichtigste über diese fundamentale Grundlage der Wirtschaft.

Die Phasen der Konjunktur

Unter dem Begriff Konjunktur versteht man, dass Nachfrage- und Produktionsschwankungen zu Veränderungen des Auslastungsgrades der Produktionskapazitäten führen.

Diese Veränderungen müssen eine gewisse Regelmäßigkeit aufweisen, dann spricht man von Konjunkturzyklen.

Ein Konjunkturzyklus ist demnach also der Zeitraum, der einen konjunkturellen Auf- und Abschwung umfasst.

Doch vollkommen unabhängig davon, welche Faktoren einen solchen Zyklus auslösen und woraus sich seine Regelmäßigkeit ergibt, lassen sich allgemein fünf Phasen im Konjunkturablauf unterscheiden, die zusammen einen Konjunkturzyklus ergeben.

Diese einzelnen Phasen des Konjunkturzyklus werden in die Aufschwungphase, die Hochkonjunktur, den Boom, den Konjunkturabschwung und die Tiefphase eingeteilt.

Die Phase der Expansion

Gemäß der Definition beginnt ein Konjunkturzyklus mit der Phase des Aufschwungs, die auch Erholung oder Expansion genannt wird.

Sie beinhaltet die Erholung von der vorhergegangenen Depression, die Verstärkung der Umsatz- und Produktionstätigkeit durch Einführung von Neuerungen, den dringenden Ersatzbedarf im Anlagensektor und die Erhöhung der Staatsausgaben.

Weiterhin ist diese Phase gekennzeichnet durch verbesserte Kapazitätsauslastung, steigende private Investitionen und Lohnsumme, zunehmendes Volkseinkommen und erhöhtem privaten Konsum.

Die Phase der Prosperität

Als zweite Phase kennen die Wirtschaftswissenschaftler die der Hochkonjunktur, die auch als Phase der Vollbeschäftigung bzw. Prosperität bezeichnet wird.

In diesem Abschnitt sind alle verwendbaren Produktionsfaktoren in den Wirtschaftsprozess eingebunden, die Produktion erreicht bei den gegebenen Faktormengen enorme Höhe und Geldeinkommen und Preise bleiben relativ stabil.

Der Boom

Auf die Hochkonjunktur folgt für gewöhnlich der Boom, also eine Phase der Überbeschäftigung.

Dies wird gelegentlich auch als oberer Wendepunkt des Konjunkturzyklus beschrieben.

Zum Boom gehören das Überschreiten der Vollbeschäftigung sowie Engpässe im Faktorangebot.

Außerdem führen höhere Ausgaben zu Preisanstiegen, auch bei den Faktorpreisen. Ökonomen sprechen hier häufig vom sogenannten ‚Nachfrageüberhang‘ oder der ‚Preiskonjunktur‘.

Hinzu kommt ein Anstieg der Geldlöhne bei sinkenden Reallöhnen.

Durch die Erwartung weiterer Preissteigerungen erfolgt eine Flucht in Sachwerte von Seiten der Verbraucher, es entsteht also ein Investitionsboom.

Die Kehrseite ist dann ein mangelnder Kapitalfluss im Geld- und Kapitalmarkt.

Die Phase der Rezession

Die vierte Phase wird gemeinhin als Abschwung oder Rezession bezeichnet.

Nach der am meisten verbreiteten Definition liegt eine Rezession vor, wenn die Wirtschaft in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen im Vergleich zu den Vorquartalen nicht wächst oder ein Rückgang zu verzeichnen ist.

Zunehmende Unterbeschäftigung, Umsatzrückgänge, Preisfall und Gewinnminderungen verstärken die Abwärtsbewegung zusätzlich.

Die sogenannte ‚Flucht ins Geld‘ bei gleichzeitiger Minderung des Geldumlaufs und der fortgesetzte Rückgang der Investitionen kann in einer Depression münden, wenn keinen wirtschaftspolitische Aktivität des Staates oder der Zentralnotenbank erfolgt.

Die Phase der Depression

Damit wird dann die letzte Phase des Konjunkturzyklus erreicht, die Tiefphase oder Depression.

Ein solches Konjunkturtief wird oftmals verstärkt durch das Aufbrechen von Strukturkrisen, wie etwa Überkapazitäten in der Autoindustrie.

Es geht über eine lange Zeit die gesamte wirtschaftliche Tätigkeit zurück, die Börsenkurse fallen, die Arbeitslosigkeit steigt stark an und Tendenzen zu einer Deflation kommen auf indem das Preisniveau sinkt und auch die Endverbraucherpreise stark fallen.

Ist die Phase der Depression aber überstanden, beginnt der Konjunkturzyklus von neuem mit dem Aufschwung.

28. Februar 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.