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Ausnahmen und Besonderheiten bei der Abgeltungssteuer

In Deutschland gibt es sie seit dem 01.01.2009: die Abgeltungssteuer auf Einkünfte aus Kapitalvermögen.

Hiervon sind alle so genannten natürlichen Personen (im Gegensatz zu Gesellschaften oder Körperschaften) und damit auch alle Privatanleger betroffen. Hierbei gibt es einige Ausnahmen und Besonderheiten. Wer bares Geld sparen will, sollte diese beachten.

Die Abgeltungssteuer wird auf sämtliche Erträge aus Kapitalanlagen wie Aktien, Fonds, festverzinsliche Wertpapieren, Zertifikate und Sparguthaben erhoben. Die infrage kommenden Erträge können sich aus Kursgewinnen, Zinsen und Dividenden zusammensetzen.

Der Staat kassiert, wenn Einkünfte realisiert werden

Die Höhe der Abgeltungssteuer beträgt einheitlich 25 %. Hinzu kommt der Solidaritätszuschlag und abhängig von einer konfessionellen Zugehörigkeit auch Kirchensteuer (insgesamt also: 26,4 bzw. 27,8 %). Die Abgeltungssteuer wird immer dann fällig, wenn Erträge auf einem Anlegerkonto gutgeschrieben werden.

Dies gilt zunächst einmal für Zins- oder Dividendengutschriften aber auch beim Verkauf von Aktien oder Fondsanteilen, wenn Kursgewinne angefallen sind. Allerdings gibt es Freibeträge und weitere Besonderheiten, mithilfe derer sich die Steuerlast mildern lässt.

Wie sich die Abgeltungssteuer verringern lässt

Der Freibetrag bei der Abgeltungssteuer, der auch als Sparerfreibetrag bezeichnet wird, beläuft sich jährlich auf 801 € für Singles und auf 1.602 € für Verheiratete. Um in den Genuss dieses Freibetrags zu gelangen, müssen Anleger bei ihrer Bank einen korrekten Freistellungsauftrag abgeben und den Freibetrag gegebenenfalls auf verschiedene Anlagen aufteilen.

Etwaige Verluste von Aktien-Investments vermindern ebenfalls die Höhe der Abgeltungssteuer. Allerdings dürfen Verluste aus dem Aktienhandel auch nur mit Aktiengewinnen nicht aber beispielsweise mit Zinserträgen verrechnet werden. Nach dem Jahresabschluss verbleibende Verluste können per Antrag auf das nächste Jahr übertragen werden.

Wichtig: Altes Steuerrecht gilt für noch alte Aktienbestände

Für die Käufe von Aktien vor dem Stichtag 01.01.2009 gilt das alte Steuerrecht. Wenn ein Anleger solche Titel heutzutage verkauft, muss keinerlei Abgeltungssteuer auf die Gewinne entrichten. Investoren sollten sich daher genau überlegen, ob es wirklich notwendig ist, diese Bestände abzustoßen.

Wenn Anleger mehrfach Aktien eines bestimmten Unternehmens wie beispielsweise von BMW erworben haben und nun Teile davon verkauft werden, gilt die Regel „first in, first out“. Was so viel bedeutet, dass der Fiskus die zuerst angeschafften Aktien als die als erstes wieder veräußerten ansieht.

Die Vorteile der Abgeltungssteuer für Anleger

Mit der Einführung der Abgeltungssteuer sollte das bestehende Steuerrecht auf Kapitalerträge vereinfacht werden. Und dies ist – wenigstens zum Teil – auch erreicht worden. Mit ihr wurde die damals gültige Quellensteuer (in Höhe der individuellen Einkommenssteuer) und die damit verbundene Spekulationsfrist abgeschafft.

Da die anfallende Abgeltungssteuer in der genannten Höhe von etwa 25 % von den Banken unmittelbar an das Finanzamt gemeldet wird, brauchen Anleger diese nicht mehr in ihrer Steuererklärung anzugeben. Und dies, selbst wenn der persönliche Einkommenssteuersatz höher als 25 % ist. Dies spart Zeit und Aufwand.

17. Januar 2015

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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.