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Indivior-Aktie: Spezialpharma-Hersteller mit Potenzial

Wenn sich ein Konzern von einer Sparte trennt und sie als eigenes Unternehmen an die Börse bringt, dann kann das für die Firmen und Aktionäre die Chance zum Durchstarten sein.

So auch, als Ende 2014 kurz vor Weihnachten der britische und weltweit agierende Konsumgüterkonzern Reckitt Benckiser seine wackelnde Pharmasparte abspaltete. Die Anleger fanden plötzlich ein neues Papier in ihrem Depot, die Indivior-Aktie.

Indivior-Aktie – unerwartetes Weihnachtsgeschenk

Allen Altaktionären wurden Aktien der in Indivior umbenannten Pharmaceuticals-Division zugebucht. Viele fragten sich, ob sie die neuen Pharmatitel abstoßen oder zukaufen sollten.

Ein Überflieger war die Endivior-Aktie zwar nicht, entwickelte sich aber bis Herbst 2015 recht ordentlich. Vom Tiefpunkt mit 1,89 € zu Jahresbeginn stieg sie auf 3,81 € und pendelte sich dann bei über 3 € ein. Kräftig zulegen konnte auch der Reckitt-Benckiser-Titel. Nach zuvor längerem Aufwärtstrend ging es bis zum Sommer von 61 € auf 91 €.


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Klares Profil nach Abspaltung

Der Konsumgüter-Riese wurde an der Börse nun auf Augenhöhe mit Church&Dwight oder Beiersdorf bewertet. Fortan konnte er sich auf seine zuverlässigen Umsatzbringer konzentrieren, Reinigungs- und Haushaltsmittel wie Vanish oder Calgon, aber auch Drogerieprodukte wie die Erkältungs- und Grippemittel Dobendan oder Nurofen. Die rezeptfreien Arzneien blieben beim Hauptkonzern.

Und hier begann die Bruchlinie zur Problemzone der verschreibungspflichtigen Medikamente, die jetzt zu Indivior gehören. Hierbei handelt es sich vorwiegend um Spezialpharmazeutika, und die passen nicht zum Massenmarkt der Konsumgüter. Bis sie die hohen Forschungs- und Entwicklungskosten nach verschiedenen Studien und Zulassungsverfahren einspielen, vergehen Jahre. Läuft später der Patentschutz für ein Produkt aus, drücken Nachahmerprodukte die Preise.

Weltweiter Markt durch Suchterkrankungen

Das war 2012 beim langjährigen Hauptumsatzträger Suboxone der Fall, ein eigentlich erfolgreiches Medikament gegen Heroinsucht. Rückläufige Margen belasteten zunehmend den Konzern, der als einer der ersten den lange brachliegenden Markt von Suchtkrankheiten durch Drogen und Alkohol inklusive Folgewirkungen zu erschließen begann. Der Spin-Off mit Indivior war ein logischer Schritt, der dem eigenen Chance/Risiko-Profil besser gerecht wird.

Dabei stehen die Chancen der Indivior-Aktie durchaus nicht schlecht. Auch wenn der Marktwert des Unternehmens unter den Anfangserwartungen und die Gewinnprognose für 2015 fast 40% unter dem Vorjahreswert lag, die therapeutische Versorgung von Suchterkrankten weltweit ist (leider) gefragt. WHO-Schätzungen gehen von über 13,5 Mio. Heroin-, Kokain- und Opiumkonsumenten aus. Die Todesfallrate beträgt grob 3%, ähnlich wie bei den 122 Mio. Alkoholabhängigen.

Produktkandidaten in der Pipeline

Neben dem klassischen Suboxone, das anders als das umstrittene Methadon nicht zu Missbrauch führt, hat Indivior 5 weitere Entwicklungen für die verschiedenen Bereiche in der Pipeline. Mit dabei sind vereinfachte Anwendungsformen wie Tabletten oder Sprays sowie verbesserte Wirkstoffe, die als Hoffnungsträger gelten.

Arbaclofen etwa wird in der Medizin bereits gegen Alkohol eingesetzt. Frankreich geht hier mit über 200.000 behandelten Personen voran, obwohl sich das Präparat erst auf halbem Weg befindet. In Kooperation mit dem US-Biopharma-Unternehmen XenoPort ist die offizielle Markteinführung 2020 geplant. Indivoir sieht hier ein Marktvolumen von rund 2 Mrd. US-$.

In derselben Größenordnung bewegt sich der Bereich drogenbedingter Psychosen wie Schizophrenie. Hiervon sind früher oder später viele Abhängige betroffen. Im Mai 2015 zeigte eine Phase-III-Studie des Wirkstoffs RPB-7000 beste Ergebnisse und bestätigte den geplanten Zulassungstermin für 2017. Die Erfolgsmeldung gab der Indivior-Aktie spürbaren Auftrieb.

Markteinführungen im Visier

Mit den vielversprechenden Produktkandidaten hat das Papier langfristig Potenzial. Bis zu den Markteinführungen jedoch ist bei dem Unternehmen, dessen Zentrale in Richmond, Virginia, USA liegt, nicht mit großen Umsatz- und Gewinnsprüngen zu rechnen. Zumindest gibt es Dividenden, die sich nach den Marktgegebenheiten richten.

Denkbar wäre allerdings, dass Mitbewerber darauf warten, Indivior mit seinen weltweit rund 700 Mitarbeitern zum passenden Zeitpunkt aufzukaufen. Der irische Pharmahersteller Shire etwa hatte offenbar schon vor dem Spin-Off Interesse bekundet, war dann aber abgesprungen.

Als Reckitt-Benckiser keinen Käufer mehr fand, wurde Indivior plc geründet und im britischen Index FTSE 250 gelistet. Die Indivior-Aktie ist unter dem Kürzel INDV auch an den Börsen Frankfurt, Stuttgart oder München handelbar.

15. Oktober 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.