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Ölpreis im Keller – was Anleger jetzt tun sollten

Die Ölpreise (Brent, WTI) markierten zuletzt ein neues 7-Jahrestief. Ein Barrel (ca. 159 Liter) der Nordseemarke Brent kostete zuletzt zeitweise weniger als 40 US-$. Die Entscheidung der OPEC, die Ölfördermengen vorerst nicht zu drosseln, sorgte zuletzt für zusätzlichen Preisdruck.

Die Weigerung des Ölkartells, die Ölproduktion nicht zu deckeln ist aber nur ein Teil des Problems. Viele Anleger und Beobachter fragen sich daher, warum ist der Ölpreis eigentlich so niedrig, was sind die weiteren Gründe?

Warum der Ölpreis so niedrig ist – verschiedene Gründe

Vor allem das OPEC-Mitglied Saudi-Arabien hat seine Rolle als Preiswächter aufgegeben und eine Produktionsdrosselung beim Öl abgelehnt. Weiterhin kommen täglich etwa 11,7 Mio. Barrel Öl aus Saudi-Arabien auf den Markt. Damit tragen die Saudis mit dazu bei, dass die globalen Öl-Förderkapazitäten zuletzt weiter gestiegen sind.

Überangebot drückt auf den Preis

Aktuell summiert sich das Übernahmeangebot auf rund 2 Mio. Barrel Rohöl pro Tag, die mehr produziert als verbraucht werden – das drückt natürlich auf den Preis. Für die Saudis ist dies aber kein Problem, denn selbst bei Ölpreisen um die Marke von 40 US-$ ist die Ölförderung für Saudi-Arabien (Öl aus der Wüste) mit Produktionskosten von geschätzten 10 bis 20 US-$ noch profitabel.


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Fracking-Boom in den USA sorgt für Überangebot

Saudi-Arabien verfügt damit mit über die niedrigsten Produktionskosten auf der Welt, ganz im Gegensatz zur amerikanischen Fracking-Industrie. Durch Öl-Fracking ist Amerika zwar zum weltgrößten Ölproduzenten aufgestiegen, doch die Fördertechnik ist noch vergleichsweise teuer.

In den vergangenen Jahren erlebte die Fracking-Industrie in den USA dank hoher Ölpreise einen regelrechten Boom, wobei sich die Produktionskosten beim Fracking in den USA je nach Fördergebiet (Untergrundbeschaffenheit) zwischen 45 und 75 US-$ bewegen.

Bleibt der Ölpreis auf dem niedrigen Niveau von 40 US-$, werden viele teure Fracking-Projekte unrentabel. Dies ist offenbar genau dass, was der drittgrößte Ölproduzent Saudi-Arabien erreichen will. Denn nimmt das Rohölangebot am Markt wieder ab, könnten sich die Preise wieder stabilisieren.

Ölpreis Ausblick: weiter sinkende Preise erwartet

Doch Finanzmarktexperten aus dem Hause Goldman Sachs sind wenig optimistisch. Das US-Brokerhaus sieht den Kontrollverlust der OPEC über die Preise am Ölmarkt als Mitursache für die aktuelle Ölpreisschwäche.

Da sich die weltweiten Öllagerbestände zuletzt schon auf ein neues Rekordniveau aufgeschwungen haben, fürchtet die International Energy Agency (IEA), dass die Lagermöglichkeiten für das überschüssige Rohöl bald erschöpft sind.

Schon ist von einem Ölpreisfall auf bis zu 20 US-$ pro Barrel die Rede (Goldman Sachs), auch beim Analystenhaus Energy Aspects hält man die 20-Dollar-Marke beim Öl nicht mehr für utopisch. Der Grund: Im nächsten Jahr wollen die Nachbarn von Saudi-Arabien Iran und Irak ihre Ölproduktion weiter hochfahren, ganz ungeachtet der Preissituation am Markt.

Was Anleger tun sollten

Anlegern wird daher vielfach geraten, Ölaktien kurzfristig zu meiden. Denn es gibt derzeit bessere Alternativen. Der Ölpreisverfall hat aber auch seine guten Seiten:

Der Preisverfall beim Öl wirkt wie ein Konjunkturprogramm, denn die Menschen können an der Tankstelle und beim Heizöl sparen, wodurch wieder mehr Geld für den Konsum (Lebensmittel, Restaurantbesuche) zur Verfügung steht – diese Branchen sollten Anleger daher im Auge behalten.

22. Dezember 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands