Trump und die Geldpolitik – ein Spiel mit dem Feuer

Auf den ersten Blick bietet Amerika Anlegern verlockende Perspektiven. Das von Donald Trump angekündigte Mega-Investitionsprogramm mit gleichzeitigen Steuersenkungen für Unternehmen treibt die Aktienkurse. Und weil die Wirtschaft ohnehin schon gut läuft, wird die Inflation weiter angeheizt, was US-Staatsanleihen bis Jahresende auf über 3 % steigen lassen dürfte – zur Freude der Sparer.

Trumps Geldpolitik ist voller Widersprüche

Doch Vorsicht, Trumps Geldpolitik, die auf ein starkes Amerika abzielt, ist schwer berechenbar. Das liegt nicht nur an der Sprunghaftigkeit des Präsidenten. Er muss zugleich grundlegende Widersprüche auflösen.

So wird der Effekt von Steuersenkungen durch höhere Zinsen schnell aufgefressen. Außerdem verteuern sie die zusätzlichen Schulden für das Investitionsprogramm in Höhe von gut 1 Bio. US-$. Dabei muss er an seine Hauptgläubiger denken, allen voran China und Japan. Die wiederum bezichtigt er ebenso wie Deutschland massiv der Währungsmanipulation.

Gleichzeitig redet er mit seinen Ankündigungen die eigene Währung stark, was die US-Exportindustrie unter Druck setzt. Und er muss sich im eigenen Land mit der Notenbank Fed anlegen, die einer klaren Logik folgt und die Zinsen anhebt. Wegen der niedrigen Arbeitslosenquote und der anziehenden Inflation sind drei Zinsschritte in diesem Jahr unerlässlich.

Schwächung der Notenbank mit Haken

Eigentlich ist nicht Trump für die Geldpolitik zuständig, sondern die Fed. Die derzeitige Chefin Janet Yellen ist ihm zwar ein Dorn im Auge, er wird aber mit ihr bis Februar 2018 leben müssen, wenn ihre Amtszeit endet. Allerdings kann Trump die Geldpolitik schon vorher beeinflussen, indem er zwei offene der insgesamt sieben Posten im Fed-Gouverneursrat in seinem Sinne besetzt.


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Aber auch dann tut sich ein neuer Spagat auf: Die Republikaner sind traditionell ein Partei, welche die Interessen von Gläubigern repräsentiert. Trump hingegen ist ein Immobilienmogul, der Nullzinsen liebt und unter anderem deshalb groß wurde, weil er seine Gläubiger kalt an die Wand fahren ließ.

Was ihm am liebsten wäre, ist eine Rückkehr zum Goldstandard. Da sich der aber kaum umsetzen lässt, strebt er zumindest an, den Spielraum der Notenbank gesetzlich einzuschränken. Nach der letzten Finanzkrise war er erweitert worden, um ein zweites Desaster zu vermeiden. Der Haken an Trumps Bestreben: Zieht er mithilfe des Kongresses Kompetenzen auf seine Seite, übernimmt er auch die Verantwortung, wenn etwas schief geht oder die Entwicklung anders verläuft als propagiert.

Gläubigerländer stoßen US-Anleihen ab

Und zu seiner Propaganda gehört die aggressiv vorgetragene nationale Abschottung. Die aber befeuert einen Trend, der sein Schuldenprogramm gefährdet: Weltweit ziehen sich die Gläubiger aus US-Staatsanleihen zurück – trotz attraktiver Zinsen. China hat seine Kredite an die USA um ca. 200 Mrd. US-$ gekürzt. Japan hat seit Dezember so viele US-Staatsanleihen abgestoßen wie seit Jahren nicht. Auch viele Schwellenländer bevorzugen Gold als Devisenreserve.

Die Folge sind extreme Unsicherheit und Markschwankungen. Will Trump neue Käufer finden, müssten die Zinsen weiter steigen, was zwar Sparer freut aber schnell zur Belastung für die Wirtschaft und die Börsen wird. Bleibt als einziger Ausweg die Fed. Sie müsste den Ausstieg aus dem Anleihekaufprogramm rückgängig machen und ihre Bilanzen wieder mit US-Staatspapieren aufblähen.

Anleger sollten Unsicherheit und Schwankungen einplanen

Solange aber Janet Yellen noch im Amt ist, wird dies nicht laufen. Und ob der Kongress der Zusatzverschuldung ohne weiteres zustimmt, bleibt abzuwarten. Schon jetzt sind die Amerikaner pro Kopf mit 61.000 US-$ verschuldet. Selbst in Griechenland sind es nur 33.000 US-$.

Ob Trump sich durchsetzen wird, ist völlig offen. Bislang wird sein angekündigtes Wirtschaftswunder von einer Börseneuphorie getragen. Als Anleger sollte man sich auf starke Schwankungen am Anleihemarkt und eine Konsolidierung der Aktienkurse vorbereiten. Hinzu kommt das Währungsrisiko bei US-Investments. Der Streit um Auf- und Abwertung hat eigentlich erst begonnen.


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23. März 2017

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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.

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