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Quellensteuer Deutschland: Unmittelbarer Eingriff in die Lohntüte

Als Quellensteuer bezeichnet man eine Steuer auf Einkünfte, die direkt an der Quelle abgezogen und an das zuständige Finanzamt abgeführt wird.

Ein Beispiel für die Quellensteuer in Deutschland ist die Lohnsteuer. Diese überweist der Arbeitgeber als Quelle für den Arbeitslohn vor der Auszahlung der Einkünfte direkt an das Finanzamt.

Quellensteuer in Deutschland: Beispiele aus dem deutschen Steuerrecht

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen inländischen und ausländischen Quellensteuern. Allgemein gilt: Wer seinen Wohnsitz in Deutschland hat, muss seine gesamten Einkünfte, also auch ausländische Dividenden, beim deutschen Finanzamt versteuern.

So verlangt der deutsche Gesetzgeber, dass eine Reihe von Einkünften im Rahmen der beschränkten Steuerpflicht von den Einnahmen ohne Veranlagung durch Steuerabzug einbehalten wird.

Beispiele für inländische Quellensteuern sind unter anderem die Bauabzugsteuer, die Lohnsteuer, die Kapitalertragsteuer oder die Zinsabschlagsteuer. Bei der Lohnsteuer beispielsweise gilt der Arbeitgeber als Quelle der Steuer, bei den meisten Kapitalerträgen handelt es sich um das jeweilige Kreditinstitut.

Auch Honorare für künstlerische, sportliche oder andere Tätigkeiten von beschränkt Steuerpflichtigen (das heißt von Steuerinländern) unterliegen in Deutschland der Quellensteuer.

Im Klartext: Bei der Quellensteuer wartet das Finanzamt nicht erst eine Einkommensteuererklärung ab, um zu sehen, was nach Jahresende an Steuern fällig wird. Die Steuer wird an der Quelle abgezogen bzw. vom Arbeitgeber einbehalten und an das Finanzamt überwiesen.

Ausländische Quellensteuern: Wo auch immer, die Steuer ist fällig!

Erzielt ein Steuerinländer im Ausland Einkommen, dann verhält es sich etwas komplizierter. Denn in der Regel erhebt fast jedes Land auf die eine oder andere Weise eine Quellensteuer. Aus diesem Grund muss geklärt sein, welcher von beiden Staaten in welchem Umfang die Einkünfte besteuern darf.

Oftmals schließen die Staaten untereinander Doppelbesteuerungsabkommen ab, um vertraglich festzuhalten, welche erzielten Einkünfte oder zu belegendes Vermögen in welchem Umfang den beiden Vertragsstaaten zusteht.

Innerhalb der Europäischen Union (EU) sind die Mitgliedstaaten im Falle einer Doppelbesteuerung sogar gesetzlich dazu verpflichtet, untereinander Verhandlungen einzuleiten, um diese zu verhindern. Deutschland hält derzeit mehr als 80 Doppelbesteuerungsabkommen mit anderen Ländern.

Existiert dieser völkerrechtliche Vertrag allerdings nicht, dann wird die ausländische Steuer unter bestimmten Voraussetzungen auf die deutsche Steuerschuld angerechnet, wenn ein deutscher Arbeitnehmer im Ausland Einkünfte erzielt.

Doppelbesteuerungsabkommen: Internationale Doppelbesteuerung verhindern

Auch die maximale Höhe der Quellensteuer ist in einem Doppelbesteuerungsabkommen festgelegt. So ist in dem Vertrag nahezu einheitlich geregelt, dass bei Dividenden maximal 15%, bei Zinszahlungen 10% gezahlter Quellensteuern in Deutschland anrechenbar sind.

Sollte der ausländische Staat eine höhere Quellensteuer einbehalten als dies nach dem Doppelbesteuerungsabkommen erlaubt ist, so kann man diese vom ausländischen Staat erstatten lassen.

Fazit: Die Quellensteuer in Deutschland wird an der Quelle der Einkünfte erhoben und pauschal an das Finanzamt abgeführt, um auf möglichst einfachem und direktem Wege an die notwendigen steuerlichen Einnahmen zu gelangen.

21. Juni 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.