Haben Spekulanten einen negativen Effekt auf ein Finanzsystem?

Ein Spekulant ist eine Person, die Derivate, Rohstoffe, Anleihen, Aktien oder Währungen mit einem überdurchschnittlich hohen Risiko mit der Chance […]

Ein Spekulant ist eine Person, die Derivate, Rohstoffe, Anleihen, Aktien oder Währungen mit einem überdurchschnittlich hohen Risiko mit der Chance auf überdurchschnittlich hohe Gewinne handelt. Diese sind sowohl Privatpersonen, institutionelle Investoren, Hedgefonds, Pensionsfonds, Investmentbanken, Indexfonds und ETFs, die an jedem Finanzmarkt teilnehmen können.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt für die Spekulanten darin, Liquidität zu erzeugen, indem sie Käufer und Verkäufer für deren erwünschte Handelsvorhaben zusammen zu führen. Liquidität ist wichtig, um die Struktur der Finanzmärkte zu erhalten und effiziente Handelsabschlüsse zu erreichen. Spekulanten fügen den Märkten große Mengen an Geld hinzu – je mehr sie investieren, desto liquider wird der Markt.

Ein effizienter – also ein sehr liquider – Finanzmarkt erlaubt es Käufern und Verkäufern, Ihre Handelspläne einfach umzusetzen, ohne die Preise dabei zu sehr ins Schwanken geraten zu lassen.

Spekulanten wurden in der Vergangenheit durch die Unvorhersehbarkeiten der Märkte oftmals ins schlechte Licht gerückt. Ausschlaggebend waren dabei vor allem die starken Schwankungen auf den Rohstoffmärkten. Während Spekulaten schnell für die hohen Gas- und Lebensmittelpreise verantwortlich gemacht und als gierig und unverantwortungsvoll abgestempelt wurden, liegen die starken Preissteigerungen – oder –senkungen – nicht alleine an ihren Spekulationen.

Finanzsysteme werden vielmehr von zahllosen mikro- und makroökonomischen Faktoren geleitet – zusammen mit den Bewegungen der Finanzmärkte. Eine erhöhte Nachfrage für Rohstoffe, Aktien oder Devisen treibt deren Preis natürlich nach oben. Eine höhere Nachfrage führt jedoch gleichzeitig zu mehr Kaufinteressenten. Ohne eine vergleichbare Anzahl an Verkäufern würde der Markt illiquide, was zu einem ineffizienten Finanzmarkt und noch höheren Preisen führen würde.

Spekulanten nehmen das starke Risiko auf sich, große Geldsummen in einen Markt zu investieren, um diese Liquidität sicher zu stellen. Dafür fordern sie natürlich im Gegenzug hohe Gewinne.

Viele Experten sind der Meinung, dass Spekulanten einen beruhigenden Einfluss auf die Märkte haben, da sie große Positionen verschieben und diese so schnell wie möglich ausbalancieren müssen. Außerdem erlaubt es die Vielzahl an Spekulanten, dass jedes Individuum an einem Finanzmarkt seine Investments absichern kann, indem sie einen Handelspartner für Hebeltransaktionen bereitstellen.

Auch wenn Spekulanten ein wichtiger Bestandteil der Finanzmärkte sind, sollte es nicht unerwähnt bleiben, dass viele von ihnen die Märkte illegal manipuliert haben, um ihren eigenen Gewinn zu steigern. Diese Spekulationen sind oft schwer zu überwachen und können drastische Auswirkungen auf ein Finanzsystem haben. „Exzessive Spekulationen“ können daher einen destablisierenden Effekt haben.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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