Volkswagen-Bank: Trotz Abgas-Skandal ist Ihr Geld dort sicher

Der Volkswagen-Konzern steckt tief in der Krise. Aber gilt das auch für die Volkswagen-Bank? Oder ist das dort angelegte Geld sicher? (Foto: Cineberg / Shutterstock.com)

Der Abgas-Skandal bei Volkswagen zieht weite Kreise. Für den Konzern sind die Folgen katastrophal: Hohe Strafzahlungen an verschiedene Staaten weltweit. Drohende Sammelklagen von VW-Käufern.

Und zudem noch die Gefahr, erhaltene Subventionen an Länder zurückzahlen zu müssen, in denen VW Produktionsstandorte unterhält. Die daraus resultierenden Milliardenforderungen werden den Konzern auf Jahre hinaus belasten.

Aber was gilt für die konzerneigene Volkswagen-Bank? Strauchelt diese ebenfalls unter den Folgen dieses Skandals? Sicher ist: Einfach wegstecken kann das Geldhaus die drohenden Einbußen nicht.

Bisher hat es blendend an der Autofinanzierung verdient. Klar ist aber auch: Jetzt werden weniger Fahrzeuge (vor allem Diesel-Fahrzeuge) verkauft. Dann bricht dieses Standbein zumindest teilweise weg.

Doch muss das Sie als Sparer beunruhigen? Müssen Sie ‑ falls Sie VW-Bank-Kunde sind ‑ über einen Bankenwechsel nachdenken? Oder gar Ihr Tagesgeldkonto kündigen, weil eine Insolvenz droht? Ganz so schlimm ist es nicht.

Guthabenzinsen werden sinken

Klar ist: Als Folge des Skandals muss das Bankhaus den Gürtel enger schnallen. Davon bleiben auch die Kunden nicht verschont. Maximal 1,25 % gibt es für Neukunden derzeit aufs Tagesgeld ‑ und das auch nur zeitlich beschränkt für 4 Monate.

Danach erhalten Neukunden maximal 0,3 % pro Jahr ‑ eben genauso viel wie auch Bestandskunden. Demnächst dürfte der Guthabenzins sogar noch weiter fallen.

Aber seien wir ehrlich: Das ist auch nicht schlechter als das, was etwa die Volksbanken, Sparkassen und die Mehrzahl der Privatbanken derzeit mehrheitlich sparen. Anderswo ist auch selten mehr zu holen. Das liegt nicht am VW-Skandal, sondern an der verheerenden Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank.

Es bleibt die Frage nach der Sicherheit Ihrer Sparguthaben. Wie steht es denn um die Einlagensicherung im (derzeit unwahrscheinlichen) Fall, dass die Volkwagen-Bank pleitegehen sollte? Auch hier gibt es Grund zur Entwarnung.

Absicherung in Milliardenhöhe

Die Volkswagen-Bank ist als hierzulande ansässige Privatbank Pflichtmitglied in der gesetzlich vorgeschriebenen Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB). Dadurch sind pro Bankkunde Spareinlagen bis zu einer Höhe von 100.000 Euro abgesichert.

Was auf gut Deutsch heißt: Um Tagesgeld, Sparguthaben und Festgeldanlagen, die Sie womöglich bei der Volkswagen-Bank geparkt haben, brauchen Sie sich bis zu dieser Höhe keine Sorgen zu machen. Denn selbst bei einer Bankenpleite bekämen Sie diese ‑ mitsamt Zinsen und Zinseszinsen ‑ erstattet.

Aber auch Guthaben über 100.000 Euro sind sicher. Dafür sorgt die freiwillige Mehrabsicherung der Volkswagen-Bank. Denn zusätzlich ist sie Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken. Sie sichert also freiwillig mehr ab, als Sie laut Gesetzgeber unbedingt müsste.

Und das heißt: Pro Bankkunde geht die Absicherung bei der Volkswagen-Bank bis zu unvorstellbaren 870 Millionen Euro (2015). Das heißt: Selbst wenn Sie ungeheure Reichtümer bei der Volkswagen-Bank geparkt hätten, müssten Sie im Insolvenzfall nicht mit einem Verlust rechnen.

Fazit: Es besteht kein Anlass zum Bankenwechsel

Sie sehen also: Es besteht kein Anlass, die Bank zu wechseln. Wenn Sie als Kunde der Volkswagen-Bank zufrieden sind, dann bleiben Sie dabei. Die Jagd auf höhere Zinsen lohnt ohnehin erst wieder, wenn die EZB endlich die Zinsen erhöht. Wann das jedoch geschehen soll, steht derzeit in den Sternen!

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Judith Engst
Von: Judith Engst. Über den Autor

Judith Engst (MBA) ist Wirtschafts- und Finanzjournalistin und schreibt vorwiegend Ratgebertexte. Sie hat mehrere Bücher zu den Themen Börse, Geldanlage, Immobilien, Recht & Steuern sowie Kommunikation verfasst. Daneben arbeitet sie als Dozentin an der Business School Alb-Schwarzwald, die zur Steinbeis Hochschule Berlin gehört.