Index-Wechsel: Auf- und Abstiegs-Kriterien

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Die Unternehmens-Qualität ist nicht zwangsläufig ausschlaggebend für einen Index-Wechsel. Was aber sind die Gründe für Anpassungen innerhalb der wichtigsten deutschen […] (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Die Unternehmens-Qualität ist nicht zwangsläufig ausschlaggebend für einen Index-Wechsel.

Was aber sind die Gründe für Anpassungen innerhalb der wichtigsten deutschen Aktienindizes?

Und wann werden diese Anpassungen durchgeführt?

Dafür gibt es ein festes Regelwerk, das wir Ihnen hier im Folgenden kurz vorstellen möchten:

Das sind die Auf- und Abstiegs-Kriterien

Es gibt 2 Kriterien, die über den Auf- oder Abstieg entscheiden. Dabei handelt es sich um:

  1. den Börsen-Umsatz (Wert der täglich gehandelten Stückzahlen der Aktien)
  2. und die Streubesitz-Marktkapitalisierung (Börsenwert des Unternehmens unter Berücksichtigung des Streubesitzes).

Daneben gibt es jeweils 4 Regeln für einen Auf- und Abstieg. Diese möchte ich Ihnen im Folgenden am Beispiel des DAX vorstellen:

1. Fast-Entry:

Ein Unternehmen wird neu in den DAX aufgenommen, wenn es nach beiden Kriterien mindestens zu den 25 größten Unternehmen zählt.

Aus dem DAX scheidet dann jener Wert aus, welcher in mindestens 1 der beiden Kriterien einen Rang schlechter als 35 (falls ein solcher existiert) ist und die niedrigste Marktkapitalisierung aufweist.

2. Regular-Entry:

Ein Unternehmen wird neu in den DAX aufgenommen, wenn es nach beiden Kriterien mind. zu den 30 größten Firmen zählt und sofern ein Indexwert existiert, der nach mindestens einem Kriterium nicht mehr zu den 35 größten Konzernen zählt.

3. Fast-Exit:

Ein Unternehmen wird aus dem DAX genommen, wenn es nach einem der beiden Kriterien (Börsen-Umsatz oder Marktkapitalisierung) nicht mehr zu den 45 größten Konzernen gehört, ein Nicht-Index-Wert aber bei der Marktkapitalisierung mind. Rang 35 und beim Börsen-Umsatz mind. Rang 45 erreicht.

4. Regular-Exit:

Ein Unternehmen wird aus dem DAX genommen, wenn es nach einem der beiden Kriterien nicht mehr zu den 40 größten Konzernen gehört, ein Nicht-Index-Wert aber in beiden Kriterien mind. Rang 35 erreicht.

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Diese Termine entscheiden über den Auf- und Abstieg

Nur jeweils zum ordentlichen Anpassungs-Termin im September werden alle 4 Regeln angewendet.

Die Fast-Exit- und Fast-Entry-Regel werden dagegen auch an den außerordentlichen Anpassungs-Terminen im März (wie jetzt bei Stratec/Aixtron), Juni und Dezember angewendet.

Außerordentliche Aktualisierungen werden außerdem z. B. im Fall von Insolvenzen eines Unternehmens vorgenommen.

Zudem kann in Ausnahmefällen, wie etwa im Falle kurzfristig angekündigter Übernahmen oder signifikanter Veränderung des Freefloat (Aktienstreubesitz), der Vorstand der Deutsche Börse AG in Abstimmung mit dem Arbeitskreis Aktienindizes von diesen Regeln abweichen.

Mögliche Auswirkungen für die Auf- und Absteiger

Häufig wirkt sich ein Aufstieg positiv auf die Aktien des Aufsteigers aus.

Ein Abstieg dagegen wirkt sich oftmals negativ auf die kurzfristige Wertentwicklung der Aktien der Absteiger aus. Hier gibt es allerdings seit einigen Jahren immer mehr Ausnahmen.

Der Hauptgrund für die positive Aufstiegs-Wirkung:

Sogenannte Indexfonds (Fonds, die komplette Indizes abdecken) müssen sich mit den Aktien der Aufsteiger eindecken und die Aktien der Absteiger verkaufen.

Dadurch geraten die Aktien der Absteiger unter Druck und die Aktien der Aufsteiger entwickeln sich positiv.

Es ist aber weder pauschal so, dass die Aufsteiger sich in der Folge positiv entwickeln, noch so, dass die Absteiger sich in der Folge negativ entwickeln.

Daher sollten Sie auch nicht pauschal die Aufsteiger kaufen und die Absteiger verkaufen.

Die Qualität des Unternehmens sollte immer Ihr wichtigstes Auswahl-Kriterium sein.


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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