Die Magie des Gewinnwachstums am Beispiel Netflix

Wenn Sie als Anleger ausschließlich auf „günstig“ bewertete Aktien setzen, verpassen Sie die wahren Mega-Kursgewinner! (Foto: Harry Wedzinga / shutterstock.com)

Vielleicht haben Sie es ja mitbekommen – ich hatte vor 2 Tagen schon kurz darüber berichtet:

Am Montagabend nach Handelsschluss in New York präsentierte Netflix, Inc. (Ticker: NFLX) seine Zahlen für das 4. Quartal und das Gesamtjahr 2017. Die waren derart phantastisch, dass der Aktienkurs am Dienstag und Mittwoch um insgesamt +15% zugelegt hat.

Doch das ist nur eine kleine Etappe auf dem Erfolgsweg dieses Unternehmens: Gerechnet ab dem Tief im Jahr 2012 hat die Netflix-Notierung bis gestern +3.366% an Wert gewonnen!

Wer allerdings nach dem Grundsatz handelt „Ich kaufe nur Aktien mit einer günstigen Bewertung“, wird die Netflix-Aktie wohl niemals in seinem Portfolio gehalten haben.

Ich zeige Ihnen heute, warum Anleger mit einer solchen Investment-Strategie die Mega-Kursgewinner regelmäßig verpassen!

Netflix ist „Wachstum pur“

Heute kennt den Namen des Unternehmens schon fast jedes Kind. Das war nicht immer so:

Netflix ist ein US-Unternehmen, das Filme, TV-Shows und Serien produziert und gegen Abo-Gebühr verleiht. Die Kunden können diese dann per „Streaming“ (Online-Übertragung und -Wiedergabe) anschauen.

Netflix begann nach seiner Gründung vor 20 Jahren mit dem Versand von Filmen auf DVDs gegen Entgelt. Der Einstieg ins Video-on-Demand-Geschäft im Jahr 2007 hievte das Geschäft in neue Dimensionen.

Bis zum Jahr 2010 war der Konzern ausschließlich in den USA vertreten. Ab 2011 begann eine großangelegte internationale Expansion: Heute ist das Unternehmen mit Ausnahme von China, Nordkorea, Syrien und auf der Krim weltweit präsent.

Grandioses Wachstum in 2017 durch Strategie-Anpassung

Netflix baut sein Angebot an Filmen, Serien und TV-Shows seit 2011 kontinuierlich und mit großem Erfolg durch eigene Produktionen aus. Mit gut 140 Mio. Streaming-“Konsum“-Stunden pro Tag durch mehr als 117 Mio. Abonnenten in über 190 Staaten ist das Unternehmen weltweiter Marktführer im Bereich Internet-Unterhaltungs-Service.

Netflix gewann im 4. Quartal 2017 insgesamt +8,34 Mio. neue Abonnenten, davon 6,36 Mio. international und 1,98 Mio. in den USA. Damit verfügt der Konzern nunmehr über eine Basis von 117,58 Mio. Nutzern weltweit!

Die eingeschlagene Strategie, mit kräftig erhöhten Investitionen in selbst generierte Inhalte (Filme, Serien, TV-Shows) neue Abonnenten zu gewinnen, erwies sich als extrem erfolgreich!

Der Weltmarktführer für Online-Unterhaltung übertraf im Jahr 2017 selbst die optimistischsten Analysten-Erwartungen: Netflix verdreifachte im vergangenen Geschäftsjahr seinen Nettogewinn! Der Umsatz explodierte um fast ein Drittel (+32,4%).

KGV: Der wohl unsinnigste Bewertungsparameter

Einer der ersten Bewertungsparameter, mit denen Anleger in Berührung kommen, ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Es errechnet sich, indem Sie den Kurs eines Titels durch den Gewinn pro Aktie dividieren.

Ein niedriges KGV soll Ihnen – nach der traditionellen Lesart – eine günstige Bewertung der Aktie anzeigen. Ein hohes KGV steht entsprechend für eine teure Bewertung. Und da fängt die Problematik schon an:

Was bitte ist ein günstiges und was ein teures KGV?

Wenn wir mal die 30 Aktien des DAX als Maßstab heranziehen, dann wäre aktuell Beiersdorf mit einem KGV von 27,7 die teuerste Aktie im Index. Die Lufthansa-Aktie wäre entsprechend mit einem KGV von 6,85 am günstigsten bewertet (Quelle: OnVista).

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Netflix war seit 2012 nie wirklich „günstig“

Schauen wir nun einmal zum Vergleich auf die Entwicklung der Netflix-Aktie seit dem Jahr 2012:

netflix-magie des gewinnwachstums_25-01-2018

Netflix: Nie wirklich günstig, aber dennoch ein Mega-Kursgewinner (+3.366% seit 2012)

Als Basis für die Berechnung des Kurs-Gewinn-Verhältnisses habe ich hier das Mittel des jeweiligen Jahreshochs- und tiefs (in der Grafik ganz rechts) gewählt.

Sie sehen es selbst: Netflix war in den hier dargestellten Jahren zu keiner Zeit eine „günstige“ Aktie, gemessen an ihrer Bewertung. Das wirklich Erstaunliche ist:

Wenn Sie die Durchschnittsbewertungen betrachten, dann ist Netflix aktuell so günstig wie nie zuvor seit 2012!

Die Magie des Gewinnwachstums

Was Ihnen die Übersicht deutlich macht, ist mein Credo schon seit mehr als 2 Jahrzehnten: In der Essenz werden Aktienkurse immer von den erzielten Unternehmensgewinnen angetrieben.

Und ich gehe noch einen Schritt weiter: Je höher das Gewinnwachstum, umso stärker ist die Schubkraft in der Aktie. Netflix ist dafür ein Paradebeispiel!

Ich nenne es gerne „Die Magie des Gewinnwachstums“.

Dies ist exakt das, worauf ich in meinem Börsendienst „Die Wachstumsaktien-Strategie“ setze: Ich suche nach Aktien mit einem hohen Gewinnwachstum und suche den optimalen Einstiegszeitpunkt mit Hilfe der Charttechnik.

Geradezu perfekter Einstieg bedeutet +27% Gewinn in nur 21 Tagen

Die nachfolgende Grafik zeigt Ihnen, dass das bei Netflix wieder einmal geradezu in Perfektion gelungen ist:

netflix_25-01-2018

Netflix: Optimales Timing beim Einstieg

Die Aktie hatte seit Mitte Oktober eine Tassen-Formation ausgebildet, die besonders attraktiv aufgrund der engen Handelsspanne am Tassen-Boden war.

Der Ausbruch aus der Tasse bei überdurchschnittlichem Umsatz signalisierte Ihnen: Die Großinvestoren beschleunigen ihre Käufe in Netflix. Sie sehen selbst, welches Momentum die Großinvestoren so dem Aktienkurs verleihen!

Aktuell liegen die Leser der Wachstumsaktien-Strategie bei der Netflix-Aktie nach nur 21 Tagen schon mit gut +27% im Gewinn!


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Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.