Facebook-Aktie: Droht jetzt langsameres Wachstum?

Für die meisten Unternehmen ist vor Kurzem das 3. Geschäfts-Quartal zu Ende gegangen, so auch für Facebook.

Anleger sollten sich mit der bisherigen Entwicklung, aber auch mit den Erwartungen der Märkte auseinandersetzen und gut abwägen, um Enttäuschungen vorzubeugen.

Die Geschichte von Facebook und der Börse ist bekanntlich eine von Höhen und Tiefen geprägte Geschichte voller Missverständnisse:

Der Start der Aktie war ein Flop, der Ausgabepreis von 38 Dollar je Aktie seinerzeit zu hoch angesetzt, es ging erst einmal steil bergab.

Fehlende Finanzierungs-Konzepte

Das hatte auch damit zu tun, dass Facebooks Finanzierungs-Pläne damals noch nicht ganz ausgereift schienen:

Da die Nutzer kein Geld für ihren Facebook-Account zahlen, musste das soziale Netzwerk andere Wege finden, um Geld einzunehmen.

Dies gelang eine Zeit lang über sehr erfolgreiche Facebook-Spiele mit In-App-Verkäufen, bei denen Nutzer zusätzliche Features kaufen und dafür bezahlen mussten.

Doch das mit Abstand größte Standbein für Facebook, wie auch für viele andere Internetfirmen, sind die Werbe-Einnahmen.

Die Konzepte wurden inzwischen weiterentwickelt und sind weitgehend etabliert, und so war Facebook imstande, Analysten und Investoren so glänzende Zahlen und Wachstums-Raten zu präsentieren, wie diese sie kaum für möglich gehalten hätten.

Eine solche Entwicklung kann sich jedoch mittelfristig als Bumerang erweisen:

Wer stets mehr liefert als erwartet, an den steigen früher oder später die Erwartungen – und wenn diese dann irgendwann nicht mehr erfüllt werden können, kommt es zur großen Enttäuschung bzw. am Parkett zum Aktien-Verkauf.

Wachstums-Kurve könnte abflachen

Trotz guter Zahlen in der Vergangenheit sollten sich Anleger daher darüber im Klaren sein, dass sich das Wachstum verlangsamen kann – und wird, wenn noch nicht jetzt, dann in den nächsten Jahren.

Eine so steile Wachstums-Kurve wie zuletzt wird Facebook nicht auf Dauer halten können. Im vorherigen 2. Quartal etwa lag das Umsatz-Plus im Vergleich zum Vorjahres-Zeitraum bei satten 59%.

Auch von Quartal zu Quartal hat sich das Umsatz-Wachstum in den vergangenen 4 Vierteljahren jeweils gesteigert oder ist zumindest auf gleichem Niveau geblieben.

Diese Kurve wird früher oder später abflachen und mit ihr einerseits das Wachstum der operativen Marge und andererseits die Netto-Einnahmen.

Diese Kennzahlen sollten Anleger im Blick behalten, sich jedoch auch nicht zu verrückt machen lassen.

Facebook hat sich gefangen und ist längst etabliert, kaum einer zweifelt am weiteren Wachstum des Netzwerks, nur eben das Tempo dürfte allmählich gedrosselt werden.

Facebook-Aktie: Wert verdreifacht

Wie sehr Facebook anfängliche Zweifel der Börsianer zerstreuen konnte, zeigt sich beim Blick auf die langfristige Entwicklung der Aktie:

Nachdem sie zunächst monatelang etwas unterhalb des Ausgabe-Preises im Seitwärts-Modus vor sich hin dümpelte, ist sie seit Mitte 2013 richtig durchgestartet und kostet inzwischen rund 115 € oder knapp 130 Dollar.

Damit hat sie ihren Wert innerhalb von 3 Jahren mehr als verdreifacht. Analysten sehen durchweg weiteres Kurs-Potenzial:

Sie überhäufen die Facebook Aktie regelmäßig mit Kaufempfehlungen, meist decken sich die Studien zeitlich mit der Bekanntgabe der jeweiligen  Quartals-Bilanz.

Die Kurszielspanne reichte zuletzt von 150 Dollar (Morgan Stanley) bis 175 Dollar (JP Morgan).

Die Zahlen für Q3 werden am 2. November vorgestellt.

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8. Oktober 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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